Stellenabbau und Standort in der Diskussion
Streit bei Merck und Schering

Nach der feindlichen Übernahmeofferte des Darmstädter Pharmakonzerns Merck für den Berliner Konkurrenten Schering streiten sich beide Unternehmen über Stellenstreichungen und Standortfragen.

HB FRANKFURT. Der Schering-Vorstandsvorsitzende Hubertus Erlen warf dem Management des Rivalen vor, dessen Pläne könnten zum Abbau von 7500 Arbeitsplätzen führen. Merck-Chef Michael Römer dagegen sprach von unverantwortlichen Spekulationen und unterstrich die Bedeutung des Standortes Berlin für einen fusionierten Konzern. „Berlin muss keine Angst haben“, sagte Römer dem „Tagesspiegel“. Zwar werde die Zentrale des neuen Konzerns in Darmstadt sein. Berlin werde aber auch künftig eine starke Rolle spielen. „Dazu gehört auch die Forschung“, erläuterte der Merck-Chef. Er wollte sich aber nicht darauf festlegen lassen, dass der Merck-Forschungsvorstand nach einem Zusammenschluss in die Hauptstadt verlegt wird. „Es ist momentan nicht an uns, weitere Angebote zu machen“, sagte Römer zu diesem Thema.

Sowohl der Vorstand als auch der Aufsichtsrat von Schering haben sich gegen die 14,6 Milliarden Euro schwere Offerte von Merck ausgesprochen. Verhandlungen lehnen die Berliner weiterhin ab. Ohne Einblick in die Schering-Bücher erhalten zu haben, beziffert Merck das Einsparpotenzial eines Zusammengehens auf 500 Millionen Euro. Branchenexperten halten dies für sehr hoch gegriffen.

BERLIN BANGT UM LETZTEN GROSSEN INDUSTRIEKONZERN

Nach Auffassung von Schering-Chef Erlen sind Einsparungen in dieser Größenordnung nur mittels drastischer Stellenstreichungen möglich. „Bei geplanten Synergien von 100 Millionen Euro zeigt unsere Erfahrung, dass mindestens 1500 Stellen abgebaut werden müssen“, rechnete er vor. „Bei 500 Millionen Euro wären das 7500 Mitarbeiter“, sagte Erlen der Tageszeitung „Die Welt“ (Samstagausgabe).

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