Stellenabbau
VW verordnet Seat eine Rosskur

Seat ist das Sorgenkind der Volkswagen-Familie. Weil die Autos sich schlecht verkaufen, schreiben die Spanier rote Zahlen. Um wieder Gewinne zu machen, wird nun jede zehnte Stelle gestrichen. Doch VW will nicht nur sparen; die Wolfsburger investieren auch kräftig in neue Modelle.

HB MADRID. Das Unternehmen bestätigte am Freitag Gewerkschaftsangaben von Anfang März. Demnach sollen 1 300 Mitarbeiter bis 2009 gehen. Kündigungen solle es aber keinen geben, sagte ein Seat-Sprecher. Der Stellenabbau solle in diesem Jahr beginnen und auf freiwilliger Basis und über Vorruhestandsregelungen erreicht werden.

2005 hatte Seat einen Verlust von 62,5 Mill. Euro geschrieben. Bereits damals einigte sich das Unternehmen mit den Gewerkschaften auf den Abbau von 660 Stellen. 2006 war der Verlust zwar kleiner geworden, lag aber immer noch bei 50 Mill. Euro. Auch für das laufende Jahr rechnet das Management mit einem Minus. VW will mit Seat im kommenden Jahr wieder die Gewinnzone erreichen.

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Um das Ziel zu erreichen, will die Wolfsburger Konzernspitze nicht nur die Zahl der Mitarbeiter verringern, sondern auch kräftig in die spanische Tochter investieren. In den nächsten zehn Jahren sollen insgesamt 5 Mrd. Euro fließen, also rund 500 Mill. Euro pro Jahr. Das Geld stecken die Autobauer vor allem in neue Modelle. So soll der aktuelle Toledo durch eine sportliche Limousine ersetzt werden. Im Werk Martorell soll bereits 2008 die neue Version des erfolgreichen Kleinwagens Ibiza vom Band laufen. Außerdem soll eine Allrad-Version des Minivans Altea auf den Markt kommen.

Die VW-Entscheidung über den Sanierungsplan sei ein Vertrauensvotum für die Marke Seat, hatte Seat-Chef Erich Schmitt vor zehn Tagen betont. Vor einigen Jahren hatte eine Modelloffensive der VW-Tochter nur mäßiges Echo der Kunden gefunden. Wegen sinkender Umsätze, Streiks und Investitionen kam es zu den Verlusten. Die Situation war so dramatisch, dass Spekulationen aufkamen, VW wolle Seat an einen chinesischen Autobauer verkaufen.

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