Stellenstreichungen: Amerikanische Krankheit befällt Nissan

Stellenstreichungen
Amerikanische Krankheit befällt Nissan

Bislang meldeten nur die drei großen amerikanischen Autobauer massive Probleme in ihrem Heimatmarkt. Die Wagen verkaufen sich einfach nicht mehr. Zehntausende Mitarbeiter müssen deshalb gehen, ganze Fabriken werden geschlossen. Nun hat der erste japanische Konkurrent harte Einschnitte angekündigt: Nissan hat die gleichen Fehler wie die US-Hersteller gemacht.

ebe NEW YORK. Nissan hat in den USA überraschend ein Abfindungsprogramm für insgesamt 6 200 Arbeiter aufgelegt. Den Beschäftigten würde eine Summe von 45 000 Dollar plus 500 Dollar pro Jahr der Betriebszugehörigkeit angeboten, teilte Nissan North America mit. Die Offerte gelte nur für zwei Werke im US-Bundesstaat Tennessee, die auf Geländewagen und Lastwagen spezialisiert sind.

Beobachter werten die Nachricht als weiteres Indiz, dass sich die Nachfrage im weltgrößten Automarkt USA deutlich zugunsten verbrauchsärmerer Autos verschiebt. Dieser Trend trifft vor allem die US-Autophalanx mit General Motors, Ford und Chrysler, deren Talfahrt im Heimatmarkt anhält. Diese hatten über Jahre auf Geländewagen und Pick-Ups gesetzt, weil sie hohe Profite versprachen. Doch dann zogen die Spritpreise an und der Absatz der Spritschlucker brach ein.

Nissan ist der erste japanische Hersteller, der von Problemen in den USA berichtet. Die Rivalen Toyota und Honda sind jüngsten Verkaufszahlen zufolge weiter auf der Überholspur. Nach Informationen von Autodata hat der US-Marktanteil japanischer Fabrikate im Januar mit 42,1 Prozent einen neuen Rekord erreicht. Die US-Autobauer fielen demnach auf 50,6 Prozent zurück und drohen angesichts drastischer Produktionskürzungen im laufenden Jahr erstmals unter die symbolische 50-Prozent-Marke zu rutschen.

Ford hat derzeit die schlechtesten Karten. Experten erwarten, dass die Nummer zwei in den USA nicht umhin kommen wird, nach dem Abbau von 38 000 Jobs auch den verbliebenen Mitarbeitern ans Portemonnaie zu gehen. Angesichts der dramatischen Situation halte er es für wahrscheinlich, dass Ford bei den Verhandlungen mit der Gewerkschaft UAW einen Gehaltsverzicht von bis zu 20 Prozent fordern werde, sagte Sean McAlinden auf einer Konferenz der Eastern Michigan University vor 150 Automanagern. Der Analyst des Center for Automotive Research gilt als einer der renommiertesten Autoexperten in den USA.

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