Stellenstreichungen GM verpasst Trumps Plänen einen Dämpfer

General Motors streicht in den USA erneut Stellen. Das wirft Zweifel auf, ob sich Präsident Trump beim versprochenen Job-Wunder auf die Autobranche verlassen kann. Nach jahrelangem Boom stehen die Zeichen auf Abkühlung.
Update: 07.03.2017 - 15:26 Uhr Kommentieren
General Motors kündigt einen erneuten Stellenabbau in den USA an. Quelle: AFP
USA

General Motors kündigt einen erneuten Stellenabbau in den USA an.

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DetroitUS-Präsident Donald Trump fordert vehement mehr Jobs im Land, doch beim größten Autobauer fallen weitere Stellen weg. General Motors (GM) kündigte am Montag an, rund 1100 Arbeitsplätze in einem seiner Werke in Lansing im US-Bundesstaat Michigan zu streichen. Als Grund nannte ein Sprecher die Verlagerung der Produktion der Geländelimousine GMC Acadia nach Spring Hill in Tennessee. Dort seien zuvor etwa 800 neue Stellen entstanden.

Bereits im November hatte GM mitgeteilt, wegen der Absatzflaute bei bestimmten Modellen rund 2000 Arbeitern in Ohio und Michigan zu kündigen. Dem „Wall Street Journal“ zufolge hat der Konzern innerhalb von sechs Monaten etwa 4400 Stellen abgebaut. GM bekommt zu spüren, dass sich der US-Automarkt abkühlt. Nachdem Billigsprit und niedrige Zinsen der Branche 2016 einen Rekord von 17,5 Millionen verkauften Neuwagen beschert hatten, mussten zuletzt Abstriche gemacht werden.

Für Trump sind das keine guten Nachrichten. Er hat angekündigt, mehr Jobs entstehen zu lassen als je ein Präsident zuvor. „Ich werde der größte Arbeitsplatzbeschaffer sein, den Gott je geschaffen hat“, versprach Trump. Die Entwicklung bei GM wirft jedoch Zweifel auf, ob die Autobranche viel zum Job-Wunder beitragen kann. Zumal auch andere Schwergewichte unter der abflauenden Autokonjunktur leiden. Bei Fiat Chrysler gab es 2016 die ersten Stellenstreichungen seit dem Krisenjahr 2009 und auch Ford drosselte die Produktion.

Trump versucht, die Autoindustrie mit aggressiven Kommentaren auf dem Kurznachrichtendienst Twitter und der Androhung von Strafzöllen auf Linie zu bringen. „Produziert in den USA oder zahlt hohe Einfuhrsteuern!“, attackierte er GM zu Jahresbeginn. Tatsächlich versprach der Konzern daraufhin, in den nächsten Jahren eine Milliarde Dollar in die US-Produktion zu stecken. Auch Fiat Chrysler kündigte Investitionen an. Ford stoppte nach Kritik von Trump den Bau eines Werks in Mexiko. Experten zweifeln aber, ob Trumps Haudrauf-Methoden zum Erfolg führen können.

Nähmaschinen, Laubfrosch und ein Raketenantrieb
Die Marke mit dem Blitz - Opel
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Nach jahrelangen Verlusten geht Opel in die Hände von Peugeot. Der Detroiter Mutterkonzern General Motors verkauft seine Rüsselsheimer Tochter an den französischen Konkurrenten. Die über 150 Jahre dauernde Firmengeschichte des deutschen Autobauers ist sowohl von technischen Innovationen und Rekorden, als auch von Erfolgen maßgeblich geprägt. Doch insbesondere in den vergangenen 30 Jahren hat sich diese Erfolgsgeschichte gedreht.

Anfang mit Nähmaschinen
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1862 beginnt Adam Opel in der väterlichen Schlosserwerkstatt mit dem Bau von Nähmaschinen. Hier zu sehen: Adam Opels erste handgefertigte Nähmaschine aus selbigem Jahr.

Opels Markenlogo 1862
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Noch keine Spur vom Opel-Blitz: Das erste Opel-Markenzeichen, 1862 - die Initialen Adam Opels. Das Unternehmen, das inzwischen in sehr unruhiges Fahrwasser geraten ist, versucht auch heute noch ein Image von Traditionalität abzuliefern.

Fahrrad „Velociped“
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Bald folgen Fahrräder. 1886 verlässt das erste „Velociped“ die Fabrik. Die Räder aus Rüsselsheim sind populär. Mitte der 1920er Jahre ist Opel größter Zweiradproduzent der Welt. Längst stellt Opel auch Motorräder her. Hier leistet Wilhelm Opel einem Sportskameraden Starthilfe.

„Patent Motorwagen System Lutzmann“
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Die Geschichte des Automobilbaus beginnt 1899. Opel ist damit – nach Daimler-Benz – der zweitälteste Autohersteller Deutschlands. Der „Patent Motorwagen System Lutzmann“ macht den Anfang.

Erste Eigenkonstruktion: Modell 10/12PS
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Im Herbst 1902 präsentiert Opel dann mit dem Modell 10/12 PS seine erste Eigenkonstruktion. Die Autos finden reißenden Absatz: Bis 1906 haben bereits über 1000 Fahrzeuge die Werkshallen verlassen (Bild ist von ca. 1930).

Zweizylinder-Luxus-Motorrad
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Opel Zweizylinder-Luxus- Motorrad mit 3 1/2 PS und elektromagnetischer Zündung aus dem Jahr 1905.

Der Präsident macht die Produktion von US-Konzernen im benachbarten Niedriglohnland Mexiko für den Verlust von heimischen Jobs verantwortlich und droht deshalb, das nordamerikanische Handelsabkommen Nafta aufzukündigen. Analysten halten das für keine gute Idee. Ein solcher Schritt würde „zu höheren Kosten für die Hersteller, niedrigeren Erträgen für Investoren, weniger Auswahl für Kunden und einer weniger wettbewerbsfähigen US-Auto- und Zulieferindustrie führen“, warnt das Center for Automotive Research.

Eine Studie des Forschungsinstituts kommt zu dem Schluss, dass Trumps Vorhaben, US-Arbeitsplätze aus Mexiko zurückzuholen, auf einem Irrglauben basiert. Der Fertigungsprozess in der Freihandelszone sei so stark verflochten, dass Bauteile vor der Endmontage mitunter bis zu acht Mal die US-Grenze passierten. Davon profitiere auch die US-Wirtschaft. Sollten die USA, wie von Trump angedroht, Strafzölle von 35 Prozent auf Importe aus Mexiko erheben, dürften der Analyse nach zahlreiche US-Jobs verloren gehen.

  • dpa
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