4 000 sind es inzwischen, die hier an der Geburtsstätte der Mercedes-Geländewagenfamilie Tag für Tag 700 Fahrzeuge der M-, R- und GL-Klasse produzieren. Die Fabrik ist bereits zweimal erweitert worden, das ursprüngliche Produktionsziel wird um mehr als das Doppelte übertroffen. Das hört sich ein bisschen nach Toyota an – nur hier ist eben „made by Mercedes“.
Zetsche kann gute Nachrichten aus den USA vermelden. In dieser Rolle hat man ihn, den glücklosen Chrysler-Sanierer, zuletzt selten gesehen. Entsprechend locker ist die Stimmung bei der Feier zum zehnjährigen Produktionsjubiläum am gestrigen Donnerstag: Bei der Pressekonferenz sitzt Zetsche an einem Bistrotisch – der Gouverneur von Alabama, Bob Riley, in schwarzen Cowboy-Stiefeln neben ihm. Ausgiebig werden Komplimente verteilt, Hände geschüttelt, Schultern geklopft.
Nicht nur für Zetsche laufen die Geschäfte in Alabama glänzend. Dasselbe gilt für den Gouverneur. Die Arbeitslosenrate liegt in dem Bundesstaat unter vier Prozent, es herrscht quasi Vollbeschäftigung, immer neue Unternehmen siedeln sich an, allein 52 deutsche Firmen sind darunter. Gerade erst hat Thyssen-Krupp das größte Investment verkündet, das je ein Unternehmen in Alabama getätigt hat: 3,7 Milliarden Dollar für ein neues Stahlwerk. Willkommen im US-Wirtschaftswunderland.
Mercedes hat diese Entwicklung Mitte der 90er-Jahre miteingeleitet. Erstmals gab der Stuttgarter Konzern sein Verkaufsargument „made in Germany“ auf. Das war eine faustdicke Überraschung in der Branche und höchst umstritten darüber hinaus. Daimler vertraut in Alabama zudem auf eine angelernte Belegschaft, die weitgehend fertige Module der Zulieferer montiert.
Das Wagnis geht auf, die Premium-Geländewagen verkaufen sich weit besser als erwartet. Im Sog des Mercedes-Erfolgs siedeln sich auch Honda und Hyundai mit eigenen Werken in Alabama an.
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