Steuernachforderung drastisch gesenkt
WCM hat ein Millionen-Problem weniger

WCM muss weniger Steuern an den Fiskus nachzahlen als ursprünglich verlangt, genauer gesagt 143 Mill. Euro weniger. Mit einem Vergleich hat sich die finanziell schwer angeschlagene Beteiligungsgesellschaft Luft verschafft. Doch es existieren weitere Forderungen, auch von Vater Staat.

HB DÜSSELDORF. WCM habe sich mit dem Land Mecklenburg-Vorpommern darauf verständigt, statt bislang geforderter 157 Mill. Euro nur noch 14 Mill. Euro nachzuzahlen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Für die Summe habe WCM bereits Rückstellungen gebildet, hob das Unternehmen hervor. „Damit ist eine der wesentlichen existenzgefährdenden Forderungen gegen die WCM AG erheblich reduziert worden“, erklärte die Beteiligungsgesellschaft.

Seit Februar 2005 forderten die Finanzbehörden im Falle der ostdeutschen WCM-Tochter HM-Vermögensverwaltungsgesellschaft für das Jahr 1997 nachträglich Steuern von fast 107 Mill. Euro von WCM und weitere 13 Mill. Euro von einer Tochterfirma. Hinzu kamen Zinsansprüchem, die sich mittlerweile auf über 30 Millionen Euro beliefen. WCM war gegen die Nachforderungen juristisch vorgegangen.

WCM hatte sich mit Beteiligungen an der Commerzbank und der Immobilienfirma IVG verspekuliert. Das Unternehmen sitzt heute auf einem Berg von Schulden – alleine die HSH Nordbank will im Sommer nächsten Jahres mehr als 220 Mill. Euro zurück – und sieht sich millionenschweren Steuernachforderungen gegenüber, von denen aber nun ein großer Teil weggefallen ist. Die nötigen Rückstellungen hatten ein Loch in die Bilanz gerissen. Ende Mai teilte das Unternehmen mit, dass das Eigenkapital auf weniger als die Hälfte des Grundkapitals geschrumpft sei. Ohne Rettungsmaßnahmen droht einem Unternehmen in einer solchen Situation die Insolvenz.

WCM erwägt das Äußerste

Inzwischen prüft WCM ob der schwierigen Situation eine Trennung von seiner Hauptbeteiligung, den Klöckner-Werken, und sogar die eigene Abwicklung. Eigentlich hatte WCM die Verschmelzung mit den Klöckner-Werken angestrebt. Doch die Steuerforderungen blockieren die Fusion.

Das hessische Finanzministerium fordert weiter einen Betrag von knapp 90 Mill. Euro einschließlich Zinsen, da es einen Verlustvortrag aus dem Jahr 1998 nicht akzeptiert. Mit Verlustvorträgen kann ein Unternehmen aufgelaufene Verluste aus früheren Jahren mit Gewinnen verrechnen und so seine Steuerlast drücken. WCM hält die Steuernachforderung wie schon im abgeschlossenen Fall Mecklenburg-Vorpommern für ungerechtfertigt.

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