Steuervergünstigung könnte zu milliardenschweren Transfers ausländischer Erträge führen
Heinz holt Gewinne in die USA zurück

Der Ketchup-Riese H. J. Heinz Co. will Gewinne in Höhe von bis zu 1 Milliarde Dollar zurück in die USA transferieren. Das Unternehmen aus Pittsburgh will damit eine befristete Steuervergünstigung nutzen.

tmo/WSJ NEW YORK. Diese Steuervergünstigung ermöglicht US-Unternehmen, Auslandsgewinne zum Steuersatz von nur 5,25 Prozent statt der üblichen Unternehmensgewinnsteuer von 35 Prozent in die USA zu bringen.

Die Steuer-Vergünstigung, die im Oktober in Kraft trat, könnte zum Rückfluss vieler Milliarden Dollar führen, die US-Unternehmen aus Steuergründen im Ausland horten. Weitere multinationale US-Unternehmen denken über ähnliche Schritte wie Heinz nach, darunter der Zigaretten- und Nahrungsmittelkonzern Altria Group (Marlboro-Zigaretten, Jacobs-Kaffee), der Pharmahersteller Schering-Plough und die Industriefirmen 3M, Honeywell International und Emerson.

Heinz erzielt 60 Prozent seiner Umsätze außerhalb der USA. Der größte Auslandsmarkt ist Europa. Bekannt wurde das Unternehmen im US-Präsidentschaftswahlkampf durch Teresa Heinz Kerry, die Frau des demokratischen Herausforderers John Kerry und Witwe des Heinz-Industriellen Henry John Heinz II. In einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC teilt Heinz mit, er prüfe die Vorteile einer Gewinn-Rückführung unter dem so genannten Arbeitsplatzschaffungsgesetz. Heinz-Sprecher Ted Smyth lehnte genauere Angaben ab. „Das ist lediglich eine vorgeschriebene Mitteilung, und darin steht ausdrücklich, dass die Höhe zwischen null und einer Milliarde Dollar liegt“, sagte Smyth.

Der US-Kongress verabschiedete die auf rund ein Jahr befristete Steuererleichterung in der Hoffnung, dass Unternehmen mit den transferierten Gewinnen neue Arbeitsplätze in den USA schaffen. Daher stammt der Name „Arbeitsplatzschaffungsgesetz“. Allerdings macht der Gesetzgeber keine genauen Vorschriften, was die Firmen mit den Geldern tun sollen. Ausdrücklich verboten ist lediglich, die Gewinne für eine Erhöhung der Vorstandsbezüge zu verwenden. Möglich sind dagegen neben Investitionen auch Aktienrückkäufe oder Sonderdividenden. Die Verwendung der Mittel müssen die Unternehmen in einem „heimatlichen Re-Investitionsplan“ schildern, wollen sie die Steuervergünstigung nutzen.

Heinz-Sprecher Smyth wollte sich nicht festlegen, ob sein Konzern nach der geplanten Rückführung mehr US-Stellen schaffen werde. Die Mittel würden verwendet für Zwecke, „die den Aktionärswert und den Unternehmenswert steigern“, sagte Smyth. „Falls wir die Produktion erweitern, dann wird das natürlich zu mehr Jobs führen“, fügte Smyth hinzu.

Heinz dürfte die Rückführung entweder im Geschäftsjahr 2004/ 2005, das im nächsten April endet, oder im darauf folgenden Geschäftsjahr vornehmen. Das Unternehmen will eine Entscheidung erst treffen, nachdem das US-Finanzministerium oder der US-Kongress genauere Richtlinien zur Anwendung des Gesetzes erlassen haben.

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