Stiftungen geplant Autofürst Piëch regelt seinen Nachlass

Die Zukunft des zweitgrößten Autokonzerns der Welt ist gesichert – dank einer Stiftungskonstruktion. Damit wird das milliardenschwere Aktienpaket von Autofürst Ferdinand Piëch, Enkel von Ferdinand Porsche und Chefaufseher von VW, an den Unternehmen Porsche und damit auch an Volkswagen weitgehend vor einer Aufteilung und Erbstreitigkeiten bewahrt.
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Ferdinand Piëch bei einer Hauptversammlung des Unternehmens in München: Stabile Lösung gefunden. Quelle: dpa

Ferdinand Piëch bei einer Hauptversammlung des Unternehmens in München: Stabile Lösung gefunden.

(Foto: dpa)

HAMBURG. Wie erst am Wochenende bekannt wurde, hat der 73-Jährige seine Anteile an Porsches Finanzholding SE, die jeweils die Mehrheit der Aktien am Sportwagenbauer Porsche AG und an der Volkswagen AG hält, und an der Salzburger Porsche Holding, einer der größten Autohändlergruppen der Welt, Anfang des Jahres in zwei Stiftungen österreichischen Rechts eingebracht. An der Porsche SE hält Piëch knapp sieben Prozent, an der Salzburger Holding, die VW im Rahmen der Übernahme von Porsche für fast vier Milliarden Euro kaufen soll, zehn Prozent.

„Mir liegt die gesicherte Zukunft unserer Unternehmen am Herzen. Deswegen und im Sinne der Nachhaltigkeit habe ich mich – ähnlich wie Bosch es getan hat – für die Stiftung entschieden“, sagte Piëch dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Aufsichtsratskreise und VW-Manager begrüßten gegenüber dem Handelsblatt den Schritt.

Den Vorsitz der beiden Stiftungen „Ferdinand Karl Alpha“ und „Ferdinand Karl Beta“ hat Piëch. Stirbt er, soll ihm seine Frau Ursula folgen. Die von Familie und Freunden „Uschi“ genannte Österreicherin steigt damit neben Maria-Elisabeth Schaeffler, die ebenfalls das Erbe ihres deutlich älteren Mannes angetreten hat, zur mächtigsten Frau der ansonsten von Männern dominierten Autoindustrie auf. Das ehemalige Kindermädchen der Piëchs, mit dem Ferdinand drei seiner zwölf Kinder hat, wurde lange unterschätzt. Ursula Piëch begleitet ihren Mann zu öffentlichen Auftritten wie dem Ende September startenden Pariser Autosalon. Sie sei ihrem Mann eine enge Gefährtin und entscheidende Ratgeberin, heißt es in seinem Umfeld. Uschi habe ihren Ferdi zudem milder gemacht, sagen Familienangehörige.

Piëchs Nachkommen, etwa aus der Beziehung zu seiner Schwägerin Marlene Porsche, bekommen nur begrenzt Einfluss auf die Stiftungen – und das offenbar auch noch in unterschiedlichem Umfang.

Aus Piëchs Sicht hat er eine stabile Lösung gefunden. „Dabei weiß ich die Mehrheit meiner Erben hinter mir“, sagte er. Der „Focus“ berichtet aber, nicht alle Kinder, die Piëch mit vier Frauen gezeugt hat, seien begeistert vom letzten Willen des Vaters. Angeblich prüften einige der Nachkommen juristische Schritte, weil sie nicht unmittelbar an das Erbe herankommen würden.

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