Stoiber sieht Chancen
Electrolux wird weich gestreikt

Der schwedische Electrolux-Konzern knickt im Konflikt um die Schließung des Nürnberger AEG-Werkes ein. Der Konzern werde den streikenden Arbeitnehmern „ein substanzielles Angebot“ vorlegen, kündigte AEG-Manager Horst Winkler in Nürnberg an.

MÜNCHEN. Damit ist nach dem überraschenden Gespräch bei Ministerpräsident Edmund Stoiber neue Bewegung in die verhärteten Fronten geraten.

Unter Vermittlung Stoibers hatten sich am Sonntag Abend Electrolux-Vorstandschef Hans Straberg und Gewerkschaftsvertreter über die Wiederaufnahme der Gespräche verständigt. Dabei schloss Electrolux einen Fortbestand des Werkes über 2007 hinaus aus, während die IG Metall auf der Rücknahme der Schließung beharrt. Doch hatte sich die Unternehmensführung bislang strikt geweigert, überhaupt Verhandlungen mit der IG Metall aufzunehmen, so lange in Nürnberg gestreikt wird.

Seit mehr als einer Woche geht im Stammwerk des Nürnberger AEG-Konzerns nichts mehr. Die schwedische Mutter hatte am 12. Dezember die Schließung des Traditionsstandortes mit rund 1 700 Beschäftigten angekündigt. Erste Gespräche über einen Sozialtarifvertrag scheiterten Anfang Januar. Daraufhin rief die IG Metall ihre Mitglieder zur Urabstimmung, die Beschäftigten votierten mit 95 Prozent für einen Arbeitskampf.

Auf die Frage, ob es in den Verhandlungen nur um einen Sozialtarifvertrag gehe oder ob es auch noch Hoffnungen auf einen Erhalt des Produktionsstandortes in Nürnberg gebe, sagte Stoiber: „Ausschließen will ich gar nichts.“ AEG-Manager Horst Winkler sah das gestern völlig anders: Die Kostenlücke in Nürnberg sei zu groß, das Werk habe keine Möglichkeit, in eine langfristig profitable Perspektive zu kommen.

Der Ministerpräsident, der sich von seinem Popularitätstief daheim noch immer nicht erholt hat, betonte hingegen die politische Dimension der Auseinandersetzung in Nürnberg. Es sei ihm wichtig, dass auch die Eigentümerseite bei AEG erkenne, dass es sich bei dem Streit um mehr handele als einen Tarifkonflikt. „Es geht mir um die Akzeptanz unserer Wirtschaftsordnung bei den Menschen“, sagte Stoiber.

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