Strabag-Chef Haselsteiner
„Die Branche wird wieder vernünftig“

In Österreich der Marktführer, in Deutschland in der Spitzengruppe: Der Wiener Baukonzern Strabag sieht seine Chancen vor allem in Osteuropa. Das Unternehmen will jetzt auch in Russland zum Markt-führer aufsteigen. Handelsblatt-Korrespondent Stefan Menzel sprach mit Vorstandschef Hans Peter Haselsteiner.
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Handelsblatt: Herr Haselsteiner, wie schlägt sich die Strabag in Deutschland?

Hans Peter Haselsteiner: Unsere Situation ist deutlich besser als noch zur Mitte des letzten Jahr-zehnts. Der deutsche Baumarkt hat sich durch einen Selektionsprozess der Anbieter und durch eine neue Vernunft stark verändert. Die Unternehmen aus der Branche machen nicht mehr alle Dummheiten und jeden Preiskampf mit. Das hilft der Branche und auch uns gewaltig. Niemand konnte die Verluste der Vergangenheit noch länger akzeptieren.

Und wie sieht es jetzt aus, kurz nach der Krise?

Die nächsten zwei Jahre können uns die staatlichen Konjunkturprogramme ganz gut weiterhelfen. Und da-nach werden wir sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Es ist leider sehr schwierig geworden, eine konkrete Prognose über zwei Jahre hinaus abzugeben.

Ist es für Sie einfacher in Deutschland zu wirtschaften, etwa durch bessere Genehmigungsverfahren?

Weder die Schwächen, noch die Stärken haben sich nennenswert geändert. Positiv fällt natürlich immer noch ins Gewicht, dass die Menschen überdurchschnittlich produktiv sind. Aber Deutschland ist genauso überdurchschnittlich bürokratisch verwaltet. Immer wieder gibt es hehre Ankündigungen von Politikern, dass es besser werden soll. Aber mir fehlt der Glaube, dass es wirklich dazu kommen wird.

Und wenn Sie das mit Ihrer Heimat Österreich vergleichen?

Was die Bürokratie betrifft, ist Deutschland einfach noch extremer. Vielleicht liegt es einfach an der Größe, dass alles gewichtiger, gewaltiger ausfällt - eben auch die Bürokratie.

Sie haben lange mit der früheren Eigentümer-Familie Lenz über die Integration von Züblin in den Stra-bag-Konzern gestritten. Ist das Thema nach dem Vergleich vom Sommer wirklich vom Tisch?

Wir haben mit der Familie eine Art Stillhaltevereinbarung getroffen, damit hat sich die Lage beruhigt. Wir haben aber auch nicht die Absicht, die restlichen Züblin-Aktien zu übernehmen. Vor allem nicht zu dem Preis, den sich die Familie Lenz vorstellt.

Weiter zu Deutschland: Wie beurteilen Sie als Beobachter von außen den Streit um Hochtief?

Das ist ganz großer Blödsinn zu be-haupten, der Standort Deutschland leide durch einen Verkauf von Hochtief nach Spanien. Für die deutsche Baubranche ist es doch völlig egal, wem die Aktien gehören. Einem Vorstand steht es auch gar nicht zu, sich gegen einen möglichen neuen Aktionär zu wehren. Ein Vorstand kann sich nun einmal seine Eigentümer nicht aussuchen.

Wie sehen Sie den Versuch, dass ein spanischer Baukonzern nach Deutschland drängt?

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