Strafverfahren
Rekordstrafen für Pharmakonzerne

Der Pharmabranche drohen auf dem wichtigen US-Markt härtere Restriktionen im Marketing und höhere Strafen bei Regelverstößen. Darauf deuten hohe Rückstellungen der Unternehmen für entsprechende Strafverfahren. Noch sind die Strafen für die hochprofitablen Pharmakonzerne gut zu verkraften, doch ihr Spielraum dürfte sich weiter einschränken.

FRANKFURT. So kündigte die britische Glaxo-Smithkline jetzt zusätzliche Belastungen von rund 400 Mio. Dollar im Zusammenhang mit Ermittlungen der US-Behörden wegen unerlaubter Vertriebsmethoden an. Branchenführer Pfizer hatte wenige Tage zuvor die Rückstellung von 2,3 Mrd. Dollar für entsprechende Verfahren bekanntgegeben. Der US-Konzern Lilly einigte sich Mitte Januar mit den Justizbehörden auf die Zahlung von 1,4 Mrd. Dollar.

Die Straf- und Vergleichszahlungen in Verfahren der US-Justiz gegen Pharmakonzerne dürften sich damit im seit Oktober laufenden Fiskaljahr 2009 auf deutlich mehr als vier Mrd. Dollar addieren. Das wäre die mit Abstand höchste Summe, die amerikanische Justizbehörden bisher gegen die Branche erstritten haben. In erster Linie geht es dabei um die Vermarktung von Medikamenten in nicht genehmigten Anwendungsgebieten.

Für die nach wie vor hochprofitablen Pharmakonzerne sind die Strafen noch leicht zu verkraften. So weisen sowohl Pfizer als auch Lilly für 2008 trotz der Rückstellungen noch hohe Gewinne aus. Und Pfizer hat sich nicht abschrecken lassen, eine Übernahme-Offerte von 68 Mrd. Dollar für den Konkurrenten Wyeth vorzulegen.

Doch dürften die Verfahren indirekt dazu beitragen, den Spielraum im Pharmamarketing und damit auch das Wachstum auf dem US-Markt einzuschränken. Im Rahmen von Vergleichsvereinbarungen und eines neuen Kodexes des Branchenverbands Pharma haben sich Pharmakonzerne bereits zu deutlichen Restriktionen im Marketing verpflichtet.

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