Strafzölle für deutsche Autobauer? Audi sieht Trumps Drohungen gelassen

Der designierte US-Präsident Donald Trump droht Autobauern mit Strafzöllen für in Mexiko produzierte Autos. Audi hat dort bereits ein Werk. Aber die Firma gibt sich gelassen. China hat derzeit ohnehin hohe Priorität.
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Audi-Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter will abwarten, was von Trumps Ankündigungen tatsächlich umgesetzt wird. Quelle: AFP
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Audi-Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter will abwarten, was von Trumps Ankündigungen tatsächlich umgesetzt wird.

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PekingEs ist eine Ankündigung, die die deutsche Autoindustrie schwer treffen könnte: Der künftige US-Präsident Donald Trump will 35 Prozent Steuer auf jedes aus Mexiko eingeführte Auto erheben. Der künftige Staatschef der USA hatte die Drohung zwar in Richtung des Autobauers BMW ausgesprochen, der dort ein Werk plant. Doch Audi hat seine Produktion in Mexiko bereits eröffnet und stellt dort den Q5 her.

Audi-Vertriebsvorstand Dietmar Voggenreiter sieht zunächst auch keinen Grund, daran etwas zu ändern. Es sei abzuwarten, was von den Ankündigungen tatsächlich umgesetzt werde, sagte er dem Handelsblatt. Bislang gebe es nur Spekulationen. Zölle förderten nicht die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, hob Voggenreiter hervor.

Derzeit konzentriert sich Audi ohnehin stark auf China. Auf dem weltgrößten Automarkt hat Voggenreiter bei einem Treffen mit dem Joint-Venture-Partner FAW kürzlich die Ziele für die nächsten zehn Jahre festgezurrt. Zu den 21 strategischen Fokusfeldern gehöre insbesondere der Ausbau der Elektromobilität. Mit dem Audi A6 L e-tron wird erstmals ein Plug-in-Hybrid-Auto, das mit Benzin und Strom fährt, lokal in China gefertigt. Das ist nötig, damit Kunden dafür Subventionszahlungen der Regierung geltend machen könnten.

Ach, dieser Klang!
So werden ihn wohl die meisten anderen Autofahrer sehen - und vor allem hören
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Der neue Audi R8 Spyder präsentiert sich äußerlich nur dezent geschärft, und ist im Vergleich zum Vorgänger vor allem leichter und schneller geworden. Der rund 180.000 Euro teure Sportwagen setzt aber trotz viel technischem und elektronischem Feinschliff auf ein bekannt starkes Herz: Der Zehnzylinder-V-Motor in Mittellage leistet bis zu 540 PS.

Handarbeit aus der Manufaktur „Audi Böllinger Höfe“ bei Neckarsulm
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Das blaue Wunder betört Betrachter, die reihenweise die Fotohandys zücken, gleich mit einer ganzen Reihe von Eyecatchern: Der silberfarbene Scheibenrahmen, der gewaltige, wabenstrukturierte Kühlergrill mit den seitlichen Lufteinlässen, die Carbon-Blades hinter den Türen, die dem V10-Motor Luftkühlung zuführen, und der besonders scharfe LED-Blick. Die Präsenz auf dem Asphalt ist die eines zum Sprung bereiten Tieres.

Das Herzstück
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Die obersten Leistungsdaten des Zehnzylinders in V-Anordnung sind kinderleicht zu merken, 540 PS bei und 540 Newtonmeter Drehmoment. Angesichts von so viel Power machen auch die x-förmigen Streben Sinn, die das nun etwas weniger durstige Triebwerk praktisch im Rahmen zu halten scheinen.

Auf offener Landstraße ist noch viel beeindruckender, mit wie viel Power der V10 im unteren Drehzahlbereich souverän cruisen kann, und wie blitzschnell der offene Sauger durchs Drehzahlband bis auf sagenhafte 8.400 Umdrehungen schnellt ...

Audi R8 Spyder, Jahrgang 2016
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Angesichts des unerschütterlichen Fahrwerks und der gewaltigen Motorleistung scheint offensichtlich, dass der R8 Spyder aufs schnelle Vergnügen aus ist. Wer dem erliegt, gönnt sich aber nur einen Teil des Fahrvergnügens.

Dank 5,2 Liter Hubraum, verteilt auf zehn Zylinder, steht auch knapp über Standgas-Niveau schon sattes Drehmoment zur Verfügung - ideale Voraussetzung also für entspanntes Cruisen.

Dazu kommen Reisequalitäten: Der Comfort-Fahrmodus hat seinen Namen überraschenderweise wirklich verdient, das Geräuschniveau innen ist erträglich, und die Sitze auch nach Stunden noch bequem.

Die kurvige Landstraße wartet
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Auch von hinten macht der Supersportler, in dem man besonders gut gesehen wird, eine dynamische Figur. Unter den segmentierten Heckabdeckungen steckt unter anderem ein besonders festes Stoffverdeck, das sich bei zu 50 km/h öffnen und schließen lässt. Allerdings stellt der schnelle Audi hier keinen Temporekord auf: 20 Sekunden dauert der Tanz der Gestänge, Streben und der gewölbten Kohlefaserhaube.

Blick in die Mittelkonsole
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Der Automatik-Wahlhebel lässt sich von jeder Stellung aus per Druck auf den P-Knopf in Parkstellung bringen. Den Dreh-Drück-Regler der neuesten Generation hat Audi weiter optimiert.

Die 7-Gang-S-tronic geht bei automatischen Gangwechseln ultraschnell vor, ist aber gegenüber den Insassen nicht zimperlich. Sport statt Komfort heißt hier das Motto, und deutliche Gasfußbefehle werden gerne auch mal mit einem Sprung von zwei Schaltstufen nach unten quittiert, der die Passagiere ordentlich wachrüttelt und atemraubend in die Sitze presst.

Die Kurve verneigt sich vor dem Fahrwerk
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Präzision und Rückmeldung der sehr direkten Lenkung sind auf höchstem Niveau. In allen Fahrmodi hält der R8-Pilot engstmöglichen Kontakt zum Asphalt, und entspanntes Cabriocruisen, dynamisches Kurvenräubern, Langstrecken-Kilometerfresserei, ja sogar nerviger Stadtverkehr lassen sich so entspannt bewältigen.

Denn noch fährt Audi dem Markt hinterher. Im vergangenen Jahr wurden in China fast eine halbe Million E-Autos verkauft. Den Großteil des Marktes machten chinesische Hersteller unter sich aus. Aber auch ausländische Firmen holen auf.

Innerhalb der kommenden fünf Jahre sollen fünf weitere Audi e-tron Modelle lokalisiert werden, auch mindestens ein reines Batteriefahrzeug mit einer Reichweite von über 500 Kilometern. Bis 2025 will Audi ein elektrisch angetriebenen SUV und ein Limousinen-Modell aus lokaler Produktion anbieten.

Die Herausforderer Daimler und BMW haben jedoch bereits lokale produzierte E-Autos auf dem Markt. Zudem könnten neue Quotenregeln der Regierung dem Autobauer zusetzen. Ein Gesetzentwurf sieht vor, ab dem kommenden Jahr Autobauern einen Anteil von zunächst rund acht Prozent Elektroautos am Gesamtabsatz vorzuschreiben, anderenfalls drohen Strafzahlungen.

Eigentlich wollte sich Audi, wie schon die Konzernmutter VW, auch mit dem Staatsbetrieb SAIC als Partner zusammentun. Am 11. November wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Doch dann liefen die Audi-Händler gegen die neue Partnerschaft sturm. Die Anbieter fürchteten eine Konkurrenz durch die SAIC-Stützpunkte und drohten mit Boykott.

Die Kooperation sei jedoch nicht auf Eis gelegt worden, sagte Voggenreiter. Die Gespräche über eine Zusammenarbeit gingen weiter. Allerdings gehe Audi auf die Händler zu, und binde ihre Sorgen um einen möglichen Einfluss auf das Vertriebsnetz stärker mit ein.

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