Strafzölle in den USA: Harter Schlag für die chinesische Solarindustrie

Strafzölle in den USA
Harter Schlag für die chinesische Solarindustrie

Solarworld feiert einen Erfolg in den USA: Der deutsche Solarkonzern hat erreicht, dass die USA Schutzzölle auf Solarmodule aus China verhängen. Das kommt oft einem Importverbot gleich. In China regt sich Widerstand.
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FrankfurtDie USA haben hohe Schutzzölle gegen Solarimporte aus China verhängt. Je nach Hersteller lägen diese zwischen 31 und 250 Prozent, teilte das US-Handelsministerium gestern mit. Eine Gruppe von Solarkonzernen um die deutsche Solarworld AG hatte sich für Strafzölle auf chinesische Solarmodule starkgemacht, da aus ihrer Sicht die asiatischen Anbieter von ihrer Regierung massiv subventioniert werden.

Diese Vorwürfe sieht die US-Regierung nun als erwiesen an. Betroffen sind von den Zöllen auch der weltgrößte Modulhersteller Suntech sowie Trina Solar, deren Produkte mit Zöllen von 31 Prozent belegt wurden. Die beiden Firmen hatten mit den US-Behörden kooperiert; Unternehmen, die dies nicht taten, wurden mit Strafzöllen in Höhe von 250 Prozent bestraft.

Die Zölle gelten ab sofort und für Solarzellen, die vor bis zu drei Monaten hergestellt wurden. Für einige Solarfirmen kommt die Entscheidung faktisch einem Importverbot gleich. Der Schritt dürfte zu einer Verschärfung der ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und China sorgen.

Für die Chinesen ist dies ein harter Schlag, denn die Unternehmen sind stark vom Export abhängig. Nachdem Deutschland seine Subventionen für Sonnenstrom eindampfen will, gelten die USA als einer der wichtigsten Märkte. Die Regelung gilt ab sofort, im Oktober soll die Höhe der Zölle noch einmal überprüft werden. Suntech kritisierte die Entscheidung der USA. Sie spiegele nicht die Realität wider, sagte Suntech-Vertriebsvorstand Andrew Beebe.

Für Solarworld-Chef Frank Asbeck haben die USA auf ihrem Markt die Chancengleichheit wieder hergestellt. „Wie hoffen nun, dass die EU-Kommission deren Sicht folgt“, sagte er dem Handelsblatt. Der Bonner Konzern macht sich in Brüssel ebenfalls für eine Verhängung von Strafzöllen gegen chinesische Solarmodulimporte stark.

„Illegale chinesische Handelspraktiken zerstören den Solarmarkt und gefährden zahlreiche Arbeitsplätze“, sagte er. Eine Entscheidung darüber, ob ein Verfahren eröffnet wird, soll in diesem Sommer fallen. Solarworld betreibt neben den Standorten in Deutschland auch eine größere Solarfabrik in den USA.

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  • Eine sehr nichtsaussagende Bemerkung. Vorschlag: Unterfüttern Sie doch ihre Polemik mit paar Argumenten, dann können auch andere Leute, die "nichts begreifen" Ihnen folgen. Ich kann mir gerade schwer vorstellen, dass Sie überhaupt eine erwachsene Person sind, so aggressiv und beleidigt Sie an die ganze Sache gehen. Falls Sie es noch nicht verstanden haben, es geht in dem Artikel um die Solarbranche. Zeigen Sie mir doch ein Beispiel für Produktpiraterie in der Solarbranche auf. Sie kommen hier einfach mit übelsten Stammtisch-klischees ohne, dass es Ihnen peinlich wird. Alle Achtung!

  • hallowach,
    Frank Asbeck ein Fuchs, daß ich nicht lache! In den Zeiten einer gigantischen Subventionierung der Photovol-
    taik konnte der "Sonnenkönig von Bonn" den erfolgreichen Unternehmer spielen. Alle Schleimer und Grün-Wichtigtuer sonnten sich ebenfalls im Glanze von Solarworld und den deutschen Nachahmer-Firmen. Fast besoffen von dem High-Tech-Gefasel wurde fast wie im re-
    alen Sozialismus eine Technik in Sachsen-Anhalt hochge-
    zogen, die ausschließlich von Staatssubventionen ab-
    hängig war und technologisch Massenware darstellt. Das
    einzig anspruchsvolle ist die Photozelle und deren Wir-
    kungsgrad, der Rest ist kostengünstige, automatisierte
    Fertigung (Kuchenbleche)! "Sun-Valley" in Sachsen Anhalt ist ein dem "Silikon-Valley" nachgeäffter Witz!
    Frank Asbeck sollte unternehmerisch glänzen, stattdes-
    sen greift er in die Mottenkiste der Schutzzölle. Wie
    international ist seine "Solarworld" aufgestellt?
    Die "Linke" sucht noch Führungsnachwuchs! Wie wär's mit
    einer Lehre bei Lafontaine?
    Nichts für ungut.

  • Noch eine kurze Ergänzung: ich habe mal überschlägig gerechnet, wieviel Kupfer bzw. Aluminium für 100 GW PV-Leistung ungefähr benötigt werden: ca. 2 Mio. t Cu und ca. 140.000 t Al. Die weltweite Jahresproduktion beträgt ungefähr das 10fache(Cu) bzw. 20fache(Al) dieser Mengen, ganz abgesehen davon, dass 100 GW nicht in einem Jahr gebaut werden (zumindest noch nicht).

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