Strategie 2012: EADS-Chef stimmt Konzern auf neue Renditeziele ein

Strategie 2012
EADS-Chef stimmt Konzern auf neue Renditeziele ein

Der Machtkampf um die Nachfolge von Louis Gallois ist voll entbrannt. In dieser Situation will der scheidende Manager die zentrale Schwäche des Unternehmens angehen: Die chronisch dünne Marge. Ein Himmelfahrtskommando.
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HamburgNach einem Airbus-Rekordjahr bei Bestellungen und Auslieferungen sieht sich die Muttergesellschaft EADS im Aufwind. „EADS ist eine Wachstums-Story und eine Geld-Maschine“, sagte EADS-Chef Louis Gallois am Dienstag auf einer gemeinsamen Neujahrskonferenz im Hamburger Airbus-Werk. Es gelte nun, den Luft- und Raumfahrtkonzern trotz wachsender Konkurrenz profitabler zu machen und das internationale Profil zu schärfen; Europa, USA und Schwellenländer seien die drei wichtigsten Pfeiler. Das werde aber nicht auf Kosten der Arbeitsplätze in Europa gehen.

In den Airbus-Auftragsbüchern stehen nun Aufträge für 4437 Flugzeuge im Gesamtwert von 588 Milliarden Dollar nach Listenpreis, was die Produktion für bis zu acht Jahre sichert. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Weltmarktanteil von 64 Prozent nach Bestellungen (54 Prozent nach Umsatz). Verkaufsrenner des Vorjahres war der mit sparsameren Triebwerken ausgerüstete A320neo. 2011 gingen alleine für dieses Modell 1226 Festbestellungen ein. Konkurrent Boeing sei 2011 nur im mittleren Marktsegment besser als Airbus gewesen. Im laufenden Jahr will Airbus 4000 neue Mitarbeiter einstellen.

Der Konzern habe bisher auf der Startbahn gestanden, hebe nun aber ab Richtung Wachstumsmärkte. Angesichts der globalen Krise warnte er vor Orientierungslosigkeit. Die Schuldenkrise müsse schnell gelöst werden, um Marktvertrauen wieder herzustellen, forderte Gallois. Wie brauchen klare Signale, die von jedem verstanden werden. EADS als multinationales Unternehmen könne ein gutes Vorbild für die Politik sein.

Mit Blick auf seinen Nachfolger betonte der scheidende Gallois, derartige Entscheidungen bräuchten Zeit. Wie das Handelsblatt bereits im Vorfeld berichtet hatte, wartet der 53-jährige Manager Tom Enders seit Wochen auf seine längst zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy abgesprochene Ernennung zum EADS-Chef. Auch über die zur Verlängerung anstehenden Verträge von mehr als zehn weiteren Topmanagern hat der EADS-Verwaltungsrat Anfang Dezember nicht entschieden. Vor allem der französische Staat als Großaktionär habe „zusätzlichen Informationsbedarf“ angemeldet, berichtet ein Spitzenmanager der deutschen Seite.

Sachliche Gründe dafür gibt es offenbar nicht. Stattdessen tobt wieder einmal ein deutsch-französischer Kampf um Macht und Einfluss bei EADS. So will Enders die Schlüsselressorts Finanzen und Personal mittelfristig aus den Zentralen in Paris und München zu Airbus nach Toulouse verlegen. Die Regierung in Paris fordert als Kompensation das Finanzressort und eine französische Führung bei der Hubschraubertochter Eurocopter, die derzeit von dem Deutschen Lutz Bertling geleitet wird. Beide Ansinnen hat Enders vor Weihnachten abgelehnt, heißt es in Konzernkreisen.

Doch Paris will kämpfen und Enders mit der Verzögerung seiner Berufung an die Konzernspitze unter Druck setzen. Kein Wunder: Die Airbus-Verkäufe sind der dickste Exportposten in der französischen Außenhandelsbilanz.

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Enders braucht politische Rückendeckung aus Deutschland

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  • Viele Airlines bestellen mehr Maschinen als sie brauchen, um hohe Rabatte zu bekommen. Das ist schon Wahnsinn, was machne Arabische oder Asiatische Airline bestellt. Wenn dieser Verkaufsmarkt mal einbricht, und gleichzeitig ein Abschwung im Flugverkehr gibt, muss es eine Menge an verschiebungen und stornierungen geben. Dann dürften die 4.000 schnell ihre Jobs wieder los sein.

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