Strategie
BMW will ein Saubermann werden

Der Absatz bei BMW soll in diesem Jahr noch stärker wachsen als die Rekordauslieferungen im vergangenen Jahr. Und um dieses Ziel zu erreichen hat der Autobauer der Zeit auf den Zahn gefühlt: Ausgerechnet mit einem Öko-Image will sich PS-Protz BMW bei den Kunden profilieren.

HB MÜNCHEN. Ausgerechnet mit Umweltschutz-Argumenten will der neue BMW-Chef Norbert Reithofer künftig Kunden für die PS-starken Gefährte seines Konzerns werben. Während die Klimadebatte bei den meisten seiner Kollegen in den Vorstandsetagen der deutschen Autokonzerne zunächst eher Abwehrreflexe auslöste, rückte Reithofer am Mittwoch das Öko-Thema in den Vordergrund seiner ersten Jahresbilanz-Pressekonferenz als Vorstandschef.

„Dass sich das Klima in der Welt dramatisch verändert, ist nicht mehr zu übersehen“, betonte der Manager, der vor einem halben Jahr das Steuer bei dem Münchner Autobauer übernommen hatte. Die Autohersteller müssten ein vitales Interesse am Umweltschutz haben, da sonst der Absatz hochpreisiger Fahrzeuge nicht mehr funktionieren werde, warnte er die Branche. „Die Automobilindustrie steht vor einer grundlegenden Trendwende“, fügte er hinzu.

Die mahnenden Worte kommen bei dem Manager nicht von ungefähr. Bereits zu seiner Zeit als BMW-Produktionschef hielt der 50-Jährige Vorträge zur ökologischen und sozialen Verantwortung, wenn er nicht gerade über sein Lieblingsthema Prozessoptimierung dozierte. Reithofer will nun die Klimadebatte zu einem Wettbewerbsvorteil für den Münchner Autobauer nutzen.

Nach gut fünf Jahren Entwicklungszeit könne BMW dieser Tage zufällig genau zum Höhepunkt der Klimadebatte eine neue Diesel- und Benzinmotorengeneration auf den Markt bringen, bei der der Verbrauch mit technischen Hilfsmitteln um bis zu 20 Prozent niedriger ausfalle, obwohl zugleich die Leistung steige. „Wir sind nicht umsonst die Bayerischen Motoren-Werke“, betonte der Ingenieur stolz. „Jetzt haben wir - das gebe ich gern zu - zufällig unsere Entwicklungen zum richtigen Zeitpunkt auf der Straße.“

Das Zauberwort der Münchner lautet nun „Effiziente Dynamik“: Zur Verbrauchssenkung gehören neben den neuen „Magermotoren“ unter anderem mehr Leichtbauelemente, die Rückgewinnung der Bremsenergie und eine automatischer Motorabschaltung an roten Ampeln. „Im Gegensatz zu anderen Herstellern führen wir diese Maßnahmen schrittweise in der gesamten Flotte ein“, betonte Reithofer. „Wir setzen damit in unserer Branche neue Standards.“

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