Strategie Siemens spart und investiert

Der Siemens-Konzern spart bei den Zulieferern, will die Ausgaben für Forschung und Entwicklung aber erhöhen. „In Krisenphasen muss man antizyklisch arbeiten“, sagte Forschungschef Reinhold Achatz dem Handelsblatt. In der Flaute bestehe die Chance, sich von schwächerer Konkurrenz abzusetzen.
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Ein großer Teil der in Forschung und Entwicklung investierten Gelder geht in das Umweltportfolio von Siemens. Quelle: ap

Ein großer Teil der in Forschung und Entwicklung investierten Gelder geht in das Umweltportfolio von Siemens.

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MÜNCHEN. Siemens wolle im laufenden Geschäftsjahr die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) daher von zuletzt 3,9 Mrd. Euro noch einmal leicht aufstocken. Da der Konzern beim Umsatz mit einem Rückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich rechnet, dürfte auch die F&E-Investitionsquote steigen.

Ein guter Teil der Gelder geht in das Umweltportfolio – zuletzt war es deutlich mehr als eine Mrd. Euro. Hier verzeichnete der Konzern zuletzt die höchsten Wachstumsraten. So legten die Umwelterlöse im Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) um elf Prozent auf 23 Mrd. zu, während der Konzernumsatz insgesamt bei 77 Mrd. Euro stagnierte.

Umweltziel in greifbarer Nähe

Offizielles Ziel des Managements sind 25 Mrd. Euro „grüner Umsatz“ bis 2011. Barbara Kux, als Chief Sustainability Officer für Nachhaltigkeits-Themen zuständig, sieht derzeit keine Hinweise darauf, dass sich das Wachstum beim Geschäft mit Umwelttechnologien wegen des unsicheren Umfelds abflachen könnte. „Wir sind gut unterwegs“, sagte sie. Damit müsste der Konzern sein 25-Mrd.-Euro-Ziel eigentlich bereits ein Jahr früher erreichen. Offiziell ziert sich Siemens aber: „Die Ziele sind in greifbarer Nähe“, sagte Kux lediglich.

Konzerne wie Siemens und der Erzrivale General Electric versuchen seit einiger Zeit, sich einen grünen Anstrich zu geben. Zum einen sind die Wachstumsraten im Geschäft mit Umwelttechnologien in der Tat oft höher und die zu erzielenden Margen besser als im klassischen Geschäft. Zudem ist es gut fürs Image. Zum grünen Portfolio werden bei Siemens etwa Windkraft- und Wasseraufbereitungsanlagen, aber auch energiesparende Computertomographen gezählt.

17 Prozent weniger Lieferanten

Kux ist im Vorstand auch für den Einkauf zuständig – und kommt hier beim Drücken der Kosten offenbar voran. So wurde bei den Zulieferern kräftig ausgefegt: Die Zahl der Lieferanten sei um 17 Prozent auf knapp 94 000 reduziert worden, sagte Kux dem Handelsblatt. „Der Einkauf war sehr fragmentiert.“ Damit hat die Managerin, die vor anderthalb Jahren bei Siemens anfing, ihr Ziel schon fast erreicht, jeden fünften Lieferanten zu streichen.

Zudem werden bei Siemens laut Kux inzwischen rund 45 Prozent des Einkaufsvolumens von knapp 40 Mrd. Euro zentral abgewickelt. Durch den gemeinsamen Einkauf der Divisionen sollen die Kosten gedrückt werden. Vor Kux’ Amtsantritt lag der Anteil des zentral gesteuerten Einkaufsvolumens bei 29 Prozent.

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