Strategische Beteiligung
VW und GM ringen um Proton

Volkswagen und General Motors liefern sich ein Duell um die Gunst des malayischen Autoherstellers Proton. Während VW mit seinen Vorstellungen einer Partnerschaft nahe an denen des Konzerns aus Malaysia liegt, eröffnet GM pragmatische Pläne.

hz FRANKFURT. Europas größter Autokonzern Volkswagen befindet sich nach eigenen Angaben in weit fortgeschrittenen Verhandlungen über eine Partnerschaft mit dem malayischen Hersteller Proton. „Beide Parteien haben klare Vorstellungen darüber wie eine Vereinbarung aussehen sollte“, sagte Kevin Rose, Leiter des internationalen VW-Vertriebs, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Nach Informationen aus Branchenkreisen ist eine Beteiligung der Wolfsburger an dem angeschlagenen Autobauer demnach unwahrscheinlich. Im Tauziehen um Proton zeichnet sich damit immer deutlicher ein Zweikampf zwischen VW und General Motors (GM) ab, nachdem der französische Autobauer Peugeot-Citroën vor einigen Wochen das Handtuch geworfen hatte.

GM-Boss Rick Wagoner hatte dagegen kürzlich sein Interesse an Proton erneuert. GM will Malaysia offenbar als Niedrigkostenstandort nutzen, um Autoteile für seine weltweiten Fertigungsstätten zu entwickeln.

Die Regierung von Malaysia sucht derzeit einen Partner für den von sinkenden Absätzen gebeutelten Autobauer, der sich im Staatsbesitz befindet. Proton wies in den drei Monaten bis Ende September einen Verlust von umgerechnet 53 Mill. Euro aus und fuhr damit den vierten Quartalsverlust in weniger als zwei Jahren ein. Malaysia hatte in den vergangenen Wochen Gespräche mit ausländischen Branchengrößen wie VW und Peugeot-Citroën über Proton bestätigt. Die Regierung prüfe derzeit Vorschläge von heimischen und ausländischen Bewerbern für den Kauf einer strategischen Beteiligung an Proton und wolle sich in den nächsten Wochen entscheiden, heißt es.

VW und Proton hatten bereits seit 2004 über eine Partnerschaft gesprochen, in der Proton Volkswagen-Modelle für den südostasiatischen Markt herstellen sollte. Die Verhandlungen waren aber Anfang vergangenen Jahres abgebrochen worden. Der neue VW-Chef Martin Winterkorn hatte aber Anfang März bestätigt, dass die Wolfsburger wieder Gespräche mit dem malayischen Autobauer führten.

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