„Strategische Optionen“
Cognis sucht noch einen neuen Eigentümer

Finanzinvestoren haben die Verschuldung der Monheimer Cognis so hoch getrieben, dass es schwierig wird, das Unternehmen noch als Börsenstory zu verkaufen. Dabei entwickelt sich das operatives Geschäft sehr gut.

sgr DÜSSELDORF. Während bislang die Monheimer Cognis eher als ein Börsenkandidat gehandelt wurde, scheint sich inzwischen eine andere Lösung für einen Eigentümerwechsel abzuzeichnen. Beim Spezialchemieanbieter wollen die Finanzinvestoren Goldman Sachs Capital Partners und Permira aussteigen. Das 1999 aus dem Chemiebereich der Düsseldorfer Henkel-Gruppe hervorgegangene Unternehmen gehört seit November 2001 Private Equity Fonds, die von Permira, GS Capital Partners und SV Life Sciences, beraten werden.

Inzwischen gilt die Verschuldung von Cognis – nachdem die Investoren mehrere so genannte Rekapitalisierungsmaßnahmen und schwer durchschaubare Finanztransaktionen zwischen dem operativen Unternehmen und der Holding vorgenommen haben – jedoch als so hoch, dass es schwierig wird, Cognis noch als Börsenstory zu verkaufen.

Dabei läuft das operative Geschäft von Cognis ordentlich. Im ersten Quartal 2006 stieg der Umsatz um 12,1 Prozent auf 875 Mill. Euro, der operative Gewinn (Ebitda) wurde um 17,4 Prozent auf 113 Mill. Euro verbessert. Aufgrund hoher Wertberichtigungen und Zinszahlungen ist das Unternehmen im vergangenen Jahr dennoch unter dem Strich noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht, und zwar um 27 Mill. auf 136 Mill. Euro.

Im April hatten Cognis und seine Eigentümer erklärt, dass man „strategische Optionen“ prüfen wolle mit dem Ziel, bis spätestens Ende des Jahres einen neuen Eigentümer für Cognis zu finden. Inzwischen wurden einige Interessenten vorstellig; in einem Bericht der Financial Times Deutschland wurden der US-Konzerns Dow Chemical, die Finanzinvestoren Blackstone und Bain sowie die Beteiligungsgesellschaft Apollo als mögliche neue Investoren genant, die bereits einen genaueren Einblick in die Bücher erhalten haben. Dazu teilte Cognis lediglich mit, man halte am Zeitplan fest, bis spätestens zum Jahresende eine Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens zu fällen.

Zu den Optionen zählen – trotz der sich abzeichnenden Schwierigkeiten – der Börsengang genauso wie der Verkauf an strategische Investoren oder Finanzinvestoren. Ein Sprecherin des Chemiekonzerns sagte am Donnerstag, derzeit werde jede Option „im Detail geprüft“. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen, man sei „mitten im Prozess“.

Auf der letzten Bilanzpressekonferenz im April hatte Cognis-Vorstandsvorsitzender Antonio Trius lediglich eine Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen als wenig wahrscheinlich bezeichnet.

Eine Option könnte auch die Abspaltung von Unternehmensteilen sein. So hat Cognis die Oleochemie bereits in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem malaysischen Unternehmen Golden Hope eingebracht. Eine unmittelbar bevorstehende Entscheidung über die Zukunft von Cognis scheint wenig wahrscheinlich, weil sich die Verantwortlichen von Permira derzeit in Urlaub befinden.

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