Nicht nur Industrieunternehmen versuchen inzwischen die Prinzipien der Japaner auf ihre Geschäfte zu übertragen, Ditzer erhält auch Anfragen von Dienstleistern. „Die Sehnsucht der Firmen ist groß, eine Bedienungsanleitung für das Toyota-Produktionssystem in die Hand zu bekommen und damit ihre Probleme zu lösen“, sagt der Berater, „doch es gibt das allgemein seligmachende Patentrezept nicht“. Das Geheimnis von Toyota liege in der Unternehmenskultur, in einem umfassenden Managementsystem, in einer Vielzahl von besonderen Details, für das es bei der Gründung noch keine Schlagworte gab.
„Es war damals die Grundidee Kiichiros, die Produktqualität in die Prozesse zu integrieren“, schreibt Eiji Toyoda in seiner Autobiografie. Der Cousin des Firmengründers war von der ersten Stunde an dabei und arbeitete nach dessen Tod weiter an der Verwirklichung von Kiichiros Ideen. Dazu gehörte auch das Streben nach Perfektion, die kontinuierliche Optimierung aller Abläufe – bis hin zu den einfachsten Handgriffen am Band.
Dahinter steht der Gedanke: Selbst der kleinste Arbeitsschritt sollte in der immer gleichen Art und Weise erfolgen. Denn jede Abweichung davon kostet Zeit und erhöht die Fehlerquote.
Tatsächlich ist laut Kaizen-Berater Ditzer diese Idee bei Toyota bis heute so stark verankert wie in kaum einem anderen Unternehmen. Die Ursprünge dieser Kultur reichen in die Zeit vor der Autoproduktion zurück. Die Familie Toyoda war Anfang des 20. Jahrhunderts mit automatischen Webstühlen zu Geld gekommen. Schon diese Produkte galten als zuverlässiger als die der damaligen Konkurrenten, zu denen die deutsche Firma Hartmann gehörte.
Mit dem Geld aus der Webstuhlproduktion bastelte eine Abteilung des Unternehmens ab 1932 an ersten Autos, vier Jahre später kam die Limousine „Toyoda AA“ auf den Markt, benannt nach der bekannten Webstuhlfirma. Doch schon kurze Zeit später tauschten die Toyadas ein „d“ gegen ein „t“ und tauften die neue Autofirma und weitere Modelle Toyota – vermutlich, weil das besser klang.
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