Streik aus Solidarität
GM-Protestwelle schwappt auf deutsche Werke über

Die Protestwelle gegen die drohende Schließung des Opel-Werks in Portugal schwappt auch auf die deutschen Fabriken des Mutterkonzerns General Motors (GM) über.

HB FRANKFURT. Am Montag werde die Spätschicht in Kaiserslautern die Produktion einige Zeit ruhen lassen, um sich über die Lage im portugiesischen Werk in Azambuja informieren zu lassen, teilte der GM-Europa-Betriebsrat mit. Die Beschäftigten in Portugal hatten am Freitag für 24 Stunden die Arbeit niedergelegt. Auch im spanischen Saragossa, im britischen Ellesmere Port und an anderen Standorten Europas laufen Proteste. In Eisenach und in Rüsselsheim verweigert der Betriebsrat Zusatzschichten.

Am Dienstag ist eine Kundgebung der IG Metall vor den Werkstoren des Opel-Stammwerkes in Rüsselsheim geplant, an der auch IG-Metall-Chef Jürgen Peters teilnimmt. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen die Bänder ab elf Uhr für rund zwei Stunden still stehen.

Das Werk in Azambuja, wo GM den Kastenwagen Opel Combo baut, steht mit seinen 1100 Beschäftigten vor dem Aus. Die Führung von GM Europe hat ausgerechnet, dass der Combo dort um 500 Euro pro Auto teurer produziert wird als an anderen möglichen Standorten. Die Betriebsräte halten dieses Argument aber für unglaubwürdig und für einen Vorwand, den Standort dicht zu machen. Sie sehen eine Strategie des Managements, Werke in Westeuropa zu schließen und die Produktion nach Osteuropa, Korea und China zu verlagern.

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