Streik in Nürnberg: AEG-ler geben ihr Werk noch nicht verloren

Streik in Nürnberg
AEG-ler geben ihr Werk noch nicht verloren

Das zur Schließung verurteilte AEG-Werk in Nürnberg steht seit dem Freitagmorgen still. Weil sich der Mutterkonzern Electrolux geweigert hat, einen Sozialplan für die Mitarbeiter vorzulegen, streiken die Beschäftigten. Dabei gehen ihre Forderungen mittlerweile weit über einen Sozialplan hinaus.

HB NÜRNBERG. Mit der Frühschicht um 6 Uhr sind die 1 700 Mitarbeiter in einen unbefristeten Streik getreten. Der Standort soll nach dem Willen des AEG-Mutterkonzerns Electrolux bis Ende 2007 geschlossen werden, um die Produktion von Wasch- und Geschirrspülmaschinen nach Polen zu verlagern. Für den Arbeitskampf hatten sich in einer Urabstimmung mehr als 96 Prozent der Belegschaft ausgesprochen.

„Wir streiken, weil uns Electrolux keine andere Wahl lässt“, sagte der zweite Bevollmächtigte der IG Metall Bayern, Jürgen Wechsler, bei einer Kundgebung am frühen Morgen. Electrolux müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren und den Schließungsbeschluss zurücknehmen. Rund 600 Streikende begleiteten Wechslers Worte mit Pfeiffkonzerten und Trommelwirbel. Vor das Eingangsgebäude hatten die Mitarbeiter ein Transparent mit der Aufschrift „Dieser Betrieb wird bestreikt“ gespannt. Auf Spruchtafeln hieß es „AEG Nürnberg muss bleiben“.

Auch der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber und der AEG-Betriebsratsvorsitzende Harald Dix schlugen in die gleiche Kerbe. Für sie geht es ebenfalls in erster Linie um eine Verhinderung der geplanten Werksschließung. „Ziel bleibt der Erhalt des Standorts. Das ist das eigentliche Ziel“, sagte Huber auf der Kundgebung vor dem Werkstor.

Huber kündigte zugleich die Entschlossenheit der streikenden AEG- Beschäftigten und der IG Metall an. „Wir werden diesen Streik sehr lange und bis zum Äußersten führen, bis wir ein akzeptables Ergebnis bekommen“, unterstrich er. Die Haltung des AEG-Mutterkonzerns bezeichnete er als Willkür. „Hier in Nürnberg kann man sehen, wie ein rücksichtloser Kapitalismus über das Schicksal von Tausenden von Menschen hinweggeht“, kritisierte er und fügte hinzu: „Der Streik ist Notwehr. Wir sind ohne Alternative vor diesen Arbeitskampf gestellt worden.“

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