Streit eskaliert: Ferrostaal-Eigner bittet MAN zur Kasse

Streit eskaliert
Ferrostaal-Eigner bittet MAN zur Kasse

Die Korruptionsaffäre bei Ferrostaal könnte für MAN teuer werden. Der arabische Mehrheitseigentümer IPIC droht mit der Rückabwicklung des Kaufs. Laut einem Gutachten soll MAN die Araber nicht über den vollen Umfang des Korruptionsskandals informiert haben.
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MÜNCHEN/FRANKFURT.. Der Streit im Eigentümerkreis von Ferrostaal eskaliert. Der arabische Mehrheitseigentümer International Petroleum Investment Company (IPIC) habe eine Rückgabe der Ferrostaal-Anteile an die frühere Muttergesellschaft MAN prüfen lassen, erfuhr das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen.

Ein dazu bei der Frankfurter Kanzlei Schmitz & Partner in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten bestätige, dass es dafür eine rechtliche Grundlage gebe. Demnach soll MAN die Araber nicht über den vollen Umfang des Korruptionsskandals informiert haben. Zudem sei durch die Affäre die Geschäftstätigkeit der Ferrostaal AG eingeschränkt.

An einer Rückabwicklung des Deals hat IPIC indes kein Interesse. Vielmehr will der Staatsfonde nachträglich den Kaufpreis von 700 Millionen Euro drücken. Die Araber hatten vor zwei Jahren 70 Prozent von Ferrostaal gekauft und sollen nun die bei MAN verbliebenen Anteile übernehmen. Gegenüber dem Ergebnis des Rechtsgutachtens zeigte sich MAN gelassen. „Die Vertragssituation ist eindeutig, unsere Rechtsposition ist sicher“, sagte ein Sprecher.

Zwischen den beiden Unternehmen laufen den Kreisen zufolge bereits intensive Verhandlungen über die künftige Eigentümerstruktur – und wer wem wie viel Geld bezahlen muss. Um den Druck zu erhöhen, schaltete IPIC nun ein Schiedsgericht ein. Das bestätigte der MAN-Sprecher. Die Möglichkeit sei in den Verträgen festgelegt und damit juristisch legitim, sagte er dem Handelsblatt.

Den Verhandlungskreisen zufolge muss sich MAN aber auf eine saftige Nachzahlung einstellen. Denn neben einem Wertabschlag auf Ferrostaal könnte IPIC die aus dem Schmiergeldskandal drohende Geldstrafe auf den Konzern abwälzen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen Ferrostaal sind noch nicht abgeschlossen, im Raum stand zuletzt eine Strafzahlung in dreistelliger Millionenhöhe.

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