Streit
Grenzebach will gesamte Kuka-Führung absägen

Das Beispiel Conti/Schaeffler schreckt offenbar nicht ab: Das Familienunternehmen Grenzebach, inzwischen Großaktionär bei Kuka, will die komplette Führung des Roboter- und Anlagenbauers entlassen. Damit hätten zumindest die monatelangen Streitigkeiten ein Ende.

HB HAMLAR/AUGSBURG. Das Familienunternehmen Grenzebach treibt die Streitigkeiten mit der Führung des Roboter- und Anlagenbauers Kuka auf die Spitze. Sowohl Vorstandschef Horst Kayser und Finanzchef Matthias Rapp als auch Aufsichtsrats-Chef Rolf Bartke sollen nach dem Willen des Großaktionärs verschwinden. „Ein personeller Neuanfang ist unausweichlich, wenn die Kuka rasch auf die Erschließung von Wachstumsmärkten ausgerichtet werden soll“, sagte Grenzebach-Geschäftsführer Bernd Minning am Mittwoch in Hamlar. Geschehen soll der Neuanfang auf einer außerordentlichen Hauptversammlung im Herbst. Kuka war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Bereits seit Monaten tobt ein erbitterter Kleinkrieg zwischen Grenzebach und der Kuka-Führung. Das Familienunternehmen moniert, dass Kuka zu stark von der Autoindustrie abhängig ist. Rund zwei Drittel seines Geschäfts macht der MDax-Wert mit Herstellern und Zulieferern und leidet entsprechend stark unter deren momentaner Schwäche. Der Vorstand gehe nicht rasch genug in neue Wachstumsmärkte, lautet der Hauptvorwurf Grenzebachs und nennt dabei insbesondere die Medizintechnik, die Solarbranche sowie die Flughafen-Logistik.

Grenzebach kontrolliert mittlerweile 29,2 Prozent an Kuka. Seit dem Einstieg im vergangenen Jahr herrscht Unfrieden. Der Vorstand hatte den Maschinenbauer selbst als Ankeraktionär geholt, aber nicht mit dem Machtanspruch des langjährigen Partners gerechnet. Kurz vor der regulären Hauptversammlung im Frühjahr brach ein offener Streit über die Besetzung des Aufsichtsrats aus. Trotz gegenteiliger öffentlicher Bekundungen schwelte der Konflikt bis heute weiter.

Vor einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung Mitte Juli wurde aus dem Gremium bereits kolportiert, Kayser und Rapp stünden vor der Absetzung. Auch die Möglichkeit eines Aktionärstreffens wurde schon damals durchgespielt. „Wir hätten der Kuka den Weg über eine außerordentliche Hauptversammlung gerne erspart“, sagte Grenzebach-Geschäftsführer Minning. „Leider sind unsere Gespräche aber ergebnislos geblieben.“ Eine Übernahme von Kuka, um die eigenen Interessen durchzusetzen, kommt für ihn aber weiter nicht in Frage.

Seite 1:

Grenzebach will gesamte Kuka-Führung absägen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%