Streit mit der Ukraine
Gazprom warnt Partner vor Lieferengpass

Der russische Gazprom-Konzern warnt seine westeuropäischen Partner offiziell vor Lieferproblemen durch den Streit mit der Ukraine. Konzernchef Alexej Miller bereitet entsprechende Briefe an seine europäischen Großkunden wie Wintershall und Eon Ruhrgas vor. Der Konzern rechnet nicht mehr mit einer Einigung im Streit mit dem osteuropäischen Land.

DÜSSELDORF/MOSKAU. Das erfuhr das Handelsblatt gestern aus Kreisen des Branchenriesen. Inoffiziell habe man die Partner in diesen Tagen bereits vorgewarnt. Gazprom rechnet demzufolge nicht mehr damit, sich noch vor Ende des Jahres mit der Ukraine zu einigen und hält deshalb schon Anfang Januar Probleme bei der Belieferung seiner Abnehmer in Westeuropa für möglich.

Der Konzern streitet seit Monaten mit der Ukraine über die Bezahlung von Gaslieferungen. Das Land ist in massiven wirtschaftlichen Schwierigkeiten und räumt selbst Probleme bei der Begleichung seiner Rechnungen ein. Während Gazprom selbst damit rechnet, dass sich die Außenstände bis Ende Dezember auf drei Mrd. Dollar summieren werden, spricht der ukrainische Importeur Naftogaz allerdings nur von Zahlungsrückständen in einer Höhe von etwa 1,3 Mrd. Dollar. Gleichzeitig können sich die beiden Parteien nicht über die Konditionen für einen neuen Liefervertrag einigen, der ab Januar 2009 gelten soll.

Für Westeuropa ist der Streit heikel, weil die Ukraine eine wichtige Transportroute für russisches Gas ist. Rund 80 Prozent des Gesamtvolumens fließen in normalen Zeiten durch diese Pipelines. Anfang 2006 war es schon einmal zu Beeinträchtigungen gekommen. Damals hatte Gazprom die Belieferung der Ukraine wegen eines Streits über höhere Preise eingestellt, worauf diese nach Angaben der Russen die für den Transit gedachten Mengen anzapfte. Deutschland bezieht rund ein Drittel seines Gases aus Russland.

Die Ukraine habe bisher zwar Schulden in einer Höhe von 800 Mio. Dollar getilgt, wolle aber bis zum Jahresende kein weiteres Geld überweisen, heißt es in den Gazprom-Kreisen. Damit blieben die Lieferungen von November und Dezember vorerst unbezahlt. Damit sei aber der Abschluss des neuen Vertrags für 2009 nicht möglich. Und wenn es keinen Vertag gebe, könne Gazprom die Lieferungen direkt am ersten Januar einstellen.

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