Streit mit Volkswagen
Porsche bemüht sich um Schadensbegrenzung

VW-Großaktionär Porsche hat nach eigener Darstellung keine Hinweise auf Rücktrittsüberlegungen von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn. Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche sei um ein gutes Verhältnis zu VW bemüht, sagte ein Sprecher des Stuttgarter Sportwagenbauers.

HB HAMBURG. „Ich kenne keinen Vorgang, wo Herr Winterkorn mit Rücktritt gedroht hätte“, sagte der Sprecher am Montag. Interviewaussagen von Wolfgang Porsche, nach denen der Konflikt vergangene Woche eskaliert war, seien aus dem Zusammenhang gerissen.

VW-Chef Martin Winterkorn hat Wolfsburger Unternehmenskreisen zufolge intern bereits mehrfach einen Rückzug erwogen, falls sich Porsche ins Tagesgeschäft einmischen sollte. Vor allem über die Kritik von Wolfgang Porsche am Vertrieb von VW soll Winterkorn erzürnt sein.

Wolfgang Porsche hatte in einem Interview den Vertrieb von Volkswagen als größte Schwachstelle bezeichnet. Da wisse „bisweilen die Linke nicht, was die Rechte tut“. Bezogen auf den tobenden Mitbestimmungsstreit hatte Porsche gesagt: „Die Arbeiter könnten einfach an ihre Bänder gehen und arbeiten.“

Die Kritik am Vertrieb hatte Winterkorn bereits am Rande der Betriebsversammlung am vergangenen Donnerstag in Wolfsburg zurückgewiesen. „Wenn das so wäre, hätten wir wahrscheinlich schlechtere Ergebnisse.“

Die „Süddeutsche Zeitung“ zitierte Winterkorn am Montag mit den Worten: „Kunden, Händler, Belegschaft, Zulieferer und Aktionäre haben Vertrauen in die Wachstumsstrategie von Volkswagen. Es wäre schade, wenn dies ausgerechnet bei unserem größten Anteilseigner nicht vorhanden wäre.“ Zum Umgang mit der Belegschaft sagte der VW-Chef: „Wir schicken unsere Mitarbeiter nicht nur ans Band, sondern behandeln sie mit größter Wertschätzung, denn gutes Geld verdienen und soziale Verantwortung sind und bleiben Volkswagen-Tugenden.“

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