Streit um AEG-Werk: Gewerkschaft redet nicht mehr mit Electrolux

Streit um AEG-Werk
Gewerkschaft redet nicht mehr mit Electrolux

Die Auseinandersetzung um das bestreikte AEG-Werk Nürnberg eskaliert. Als Reaktion auf die angedrohte vorgezogene Schließung hat die IG Metall die für Donnerstag geplante Verhandlungsrunde abgesagt.

HB NÜRNBERG. Man verlange, dass Electrolux eine Delegation mit Entscheidungskompetenz an den Verhandlungstisch schicke, sagte IG Metall-Verhandlungsführer Werner Neugebauer am Montag zur Begründung. Bis Ende der Woche erwarte man „eine klare Botschaft“ des Konzerns.

Der am 20. Januar begonnene Streik beim AEG-Hausgerätewerk könne auch noch „drei oder vier Monate“ fortgesetzt werden, drohte der bayerische IG Metall-Chef. Streikleiter Jürgen Wechsler sagte: „Die Streikfront wird dadurch nicht geschwächt, sondern hat sich sogar nochmals verstärkt. Wir diskutieren intensiv, ob wir die Schrauben nochmals anziehen.“ Wenn Electrolux weiterhin mit „Drohungen und Machenschaften“ arbeite, könne es zu einer „Explosion“ bei den Streikenden kommen, drohte Wechsler. Er forderte die deutsche AEG- Geschäftsführung zum Rücktritt auf.

Electrolux-Europachef Horst Winkler warf der Gewerkschaft vor, sie blockiere erneut den Prozess, durch den die Mitarbeiter eine klare Perspektive bekommen sollten. Electrolux stehe jederzeit für weitere Verhandlungen bereit. Am Wochenende hatte der Konzern damit gedroht, die für Ende 2007 geplante Werksschließung um ein Jahr vorzuziehen. Am Dienstag will Konzernchef Hans Stråberg in Stockholm die Jahresbilanz des Konzerns für 2005 vorstellen. Neugebauer warf Stråberg vor, im AEG-Konflikt „Halbwahrheiten und Lügen“ zu verbreiten.

Die Verhandlungen über die aus der AEG ausgegliederten Servicegesellschaften von Electrolux sollen dagegen am Donnerstag wie geplant weitergehen. „Ich hoffe, dass wir möglichst bald zu einem Ergebnis kommen“, sagte Neugebauer. Dabei geht es um eine Rückkehr in die Tarifbindung der Metallindustrie. Vor dem AEG-Werk im fränkischen Rothenburg ob der Tauber demonstrierten am Montagmorgen Beschäftigte der Ersatzteilsparte Distriparts GmbH. Sie hatten sich vergangene Woche in einer Urabstimmung mit knapper Mehrheit für einen Arbeitskampf ausgesprochen. Die IG Metall hat den Streik jedoch vorläufig ausgesetzt, um das Verhandlungsergebnis abzuwarten.

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