Streit um angeblich überteuerte Beteiligungsverkäufe
Babcock verklagt Tui

Babcock Borsig hat eine Millionenklage gegen Tui eingereicht. Der inzwischen insolvente Anlagenbauer glaubt, dass der Reisekonzern vor fünf Jahren beim Verkauf dreier Beteiligungen an Babcock zu viel verlangt hat.

HB BERLIN. Der insolvente Anlagenhersteller Babcock Borsig fühlt sich bei einem Kauf von Tui-Beteiligungen vor fünf Jahren durch den Touristikkonzern über den Tisch gezogen. Wie das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» am Samstag vorab berichtete, reichte Babcock am Freitag beim Landgericht Duisburg eine Feststellungsklage gegen Tui ein. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte am Samstag den Bericht.

Im Mittelpunkt des Streits stehen Tui-Beteiligungen an der Kieler Werft HDW, der Preussag Noell GmbH und der Preussag Wasser- und Rohrtechnik, die Babcock 1999 übernommen hatte. In einem von Insolvenzverwalter Helmut Schmitz in Auftrag gegebenen Gutachten des Bochumer Rechtsprofessors Uwe Hüffer komme dieser zu dem Schluss, dass die drei Unternehmen 1999 viel zu hoch bewerten worden waren, so der «Spiegel».

So sei der Gesamtwert der HDW seinerzeit mit rund 1,3 Milliarden Mark veranschlagt worden, obwohl nach einer Plausibilitätsprüfung eines Wirtschaftsprüfers der U-Boot-Hersteller «allenfalls 960 Millionen wert war», zitierte der «Spiegel» aus dem Gutachten. Der Gläubigerausschuss von Babcock habe sich am Mittwoch zu rechtlichen Schritten gegen Tui entschlossen, nachdem der Reisekonzern eine außergerichtliche Einigung Mitte August abgelehnt habe.

Zudem läuft demnach die Verjährungsfrist für eine Klage am kommenden Freitag ab. Wie der «Spiegel» weiter berichtete, sollen Wirtschaftsprüfer in den nächsten Wochen nun ermitteln, wie viel das Unternehmenstrio 1999 tatsächlich wert war. Wie der Unternehmenssprecher bestätigte, geht man intern bei Babcock von einer Differenzhaftung der Tui «in dreistelliger Millionen-Euro-Höhe» aus.

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