Streit um Arbeitsmoral: US-Firmenchef feuert erneut gegen Franzosen

Streit um Arbeitsmoral
US-Firmenchef feuert erneut gegen Franzosen

Der Streit zwischen dem Boss des US-Reifenkonzerns Titan und dem Industrieminister in Paris geht weiter. Taylors Äußerungen seien extremistisch. Der kontert: Frankreichs Regierung habe keine Ahnung von der Wirtschaft.
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WashingtonUS-Firmenboss Maurice Taylor hat mit seiner Kritik an Frankreich nachgelegt. Nachdem Industrieminister Arnaud Montebourg Taylors Äußerungen als "extremistisch" bezeichnet hatte, schrieb Taylor am Donnerstag in einem neuen Brief: "Extremistisch, Herr Minister, ist Ihre Regierung und das mangelnde Wissen, wie man ein Unternehmen aufbaut."

Er selbst müsse "verrückt" gewesen sein, daran gedacht zu haben, "Millionen Dollar" für den Kauf einer Reifenfabrik in Frankreich auszugeben und einige der höchsten Löhne in der Welt zu zahlen". Die französische Regierung lasse es zu, dass "die Spinner der kommunistischen Gewerkschaft" die bestbezahlten Jobs zerstörten.

Trotz seiner scharfen Worte gibt es für Taylor auch positive Dinge an Frankreich: "Frankreich hat schöne Frauen und großartigen Wein", schrieb Taylor in seinem jüngsten Brief. Er selbst sei zudem nach dem berühmten Franzosen Maurice Chevalier benannt. "Meine Großmutter nannte meinen Vater nach dem französischen Entertainer Maurice Chevalier." Als ältester Sohn habe er den Namen dann geerbt.

Taylor ist Chef des US-Reifenkonzerns Titan. In einem ersten Brief hatte er sich über die französische Arbeitsmoral ausgelassen und erklärt, die "sogenannten Arbeiter" in einem französischen Reifen-Werk arbeiteten höchstens "drei Stunden" am Tag. Montebourg hatte den US-Konzern gebeten, eine Übernahme des von der Schließung bedrohten Werks des US-Konzerns Goodyear im nordfranzösischen Amiens zu prüfen. Der Titan-Chef erteilt dem Ansinnen eine unverblümte Absage: "Was glauben Sie eigentlich, wie dumm wir sind?" Montebourg nannte Taylors Äußerungen daraufhin extremistisch.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Ein typisch amerikanischer Proll-Chef eben, der seine persönliche Meinung nicht von der geschäftlichen trennen kann und meint persönlich werden zu müssen. Ich würde der französischen Regierung empfehlen ein Verfahren wegen Beleidigung anzustrengen und lieber einen europäischen Hersteller fragen.

    Die Anfrage nach US kam wohl wegen den Verhandlungen mit GM bei der PSA zustande? Das ist aber kein zukunftsträchtiger Weg sich die Amis ins Boot zu holen! Ich sehe da schwarz für die PSA.

  • "Unter dem Deckmantel einer angeblichen Terrorismusbedrohung werden die Bürger massiv überwacht."

    Jedenfalls weniger als in Deutschland! In den USA gibt es zB keine Meldepflicht. Deswegen gibt es auch kein Äquivalent zum Personalausweis und man muss sich zum Wählen erst registrieren.

  • Die Kreide haben sie gefressen.Aber Hauptsache wird ihr Gehalt noch erarbeitet .
    Denken sie an die Jahre ab 1789,da ging es Vielen an den Kragen.
    Die Franzosen sind jedenfalls kein Speichelleckervolk wie wir Deutschen.

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