Streit um Bienensterben
BASF klagt gegen EU-Pestizid-Verbot

Der Chemiekonzern BASF wehrt sich gegen die Einschränkungen beim Einsatz von Pestiziden bei der Saatgut-Behandlung. Der Rückgang der Bienenvölker werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht.
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FrankfurtIm Streit um das Bienensterben wehrt sich nach den Konzernen Syngenta und Bayer nun auch der Chemieriese BASF gegen Pestizid-Verbote in der Europäischen Union. Das Ludwigshafener Unternehmen klagt gegen die Beschränkungen für den Einsatz seines Mittels Fipronil bei der Saatgut-Behandlung, wie BASF am Dienstag mitteilte. Der Rückgang der Bienenvölker werde durch zahlreiche und komplexe Faktoren verursacht.

Beschränkungen für den Einsatz des BASF-Mittels würden nicht zum Schutz der Bienen beitragen, begründete der Konzern den Schritt. Die Behörde habe bei ihrer Entscheidung nicht alle verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt.

Die EU-Kommission hatte den Einsatz des BASF-Insektizids im Sommer deutlich eingeschränkt und dabei auf Gefahren für Honigbienen verwiesen. Sie stützte ihre Entscheidung auf Studien der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA. Deren Forscher hatten vor dem Einsatz der Chemikalie etwa bei der Behandlung von Maissaatgut gewarnt. Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace und BUND hatten schon lange ein Verbot bestimmter Pflanzenschutzmittel gefordert.

In den vergangenen Jahren hatten Imker in Europa immer wieder über ungewöhnliche Fälle von Bienensterben berichtet. Unter anderem in Frankreich, Deutschland und Italien hatte das plötzliche Absterben großer Honigbienenvölker für Aufsehen gesorgt.

Bereits Ende April dieses Jahres hatte die EU-Kommission beschlossen, den Einsatz von Insektiziden der so genannten Neonicotinoid-Gruppe stark zu begrenzen. Betroffen sind davon das Pestizid Thiamethoxam von Syngenta sowie die Mittel Clothianidin und Imidacloprid von Bayer. Auch Deutschland hatte sich für ein Verbot ausgesprochen. Syngenta und Bayer hatten gegen die Entscheidung der Kommission im August geklagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wetten die Lobby setzt sich wieder durch?

    Dass Pestizide längst nicht so harmlos sind wie immer getan wird zeigt auch dieses Video: http://www.youtube.com/watch?v=aMn4hgeC2xk

    Bittere Ernte - Der hohe Preis des billigen Kaffees(Doku)

    "In den Giftdepots der Farmer finden sich Unmengen an verschiedenen Pflanzenschutzmitteln, auch hochtoxische Chemikalien, die in Europa längst verboten sind, wie das Pestizid Endosulfan. Dieses Nervengift steht im Verdacht, starke Fehlbildungen bei Babys im Mutterleib hervorzurufen, aber auch Krankheiten wie Krebs und Parkinson."


    Wie man sieht wird z.B. der Arbeitsvertrag von Arbeiterinnen auf Kaffeebohnenplantagen meist nicht verlängert, sobald sie schwanger werden.

    Aber was juckt das alles die Konzerne und die Verbraucher...

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