Streit um Entgelte
Regulierer kappt Vattenfalls Netzgebühr

Die Bundesnetzagentur verlangt von den Energieversorgern eine deutliche Senkung ihrer Netzentgelte. Einen ersten Bescheid hat Vattenfall Europe erhalten.

DÜSSELDORF. Der Konzern teilte am Mittwoch mit, der Regulierer habe wesentliche Netzkosten nicht anerkannt. Dadurch würde sich der Ertrag des Unternehmens um 115 Mill. Euro im Jahr reduzieren. Die Energiekonzerne müssen sich erstmals die Gebühren, die sie von Konkurrenten für die Nutzung ihrer Netze verlangen, genehmigen lassen. Neue Wettbewerber hatten die Höhe dieser Entgelte wiederholt als Wettbewerbshemmnis bezeichnet. Für die Netze der vier Branchenriesen Eon, RWE, Vattenfall Europe und Energie Baden-Württemberg ist die Bundesnetzagentur zuständig, für Kommunalversorger die Landeswirtschaftsministerien.

Nach einer monatelangen Prüfung will die Bundesnetzagentur in den kommenden Wochen ihre Bescheide versenden, zuerst für die großen Übertragungsnetze – die Überlandleitungen. Heute will sie sich zum Stand des Verfahrens äußern. In Hessen hatte Wirtschaftsminister Alois Rhiel vor zwei Wochen die Entgelte von Kommunalversorgern im Schnitt um mehr als zehn Prozent gesenkt.

Die Entscheidungen der Regulierungsbehörden dürften auch auf die Strompreise durchschlagen. Die Netzentgelte machen rund 30 Prozent der Stromrechnung aus. Mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur sei das Netz nur noch mit Verlust zu betreiben, kritisiert Vattenfall Europe. Der Konzern hatte bereits angedeutet, den Streit mit der Behörde eventuell vor Gericht auszutragen.

Vattenfall Europe liegt bereits mit der Bundesnetzagentur im Clinch. Der Konzern hatte wie Konkurrent RWE bereits Anfang Mai seine Entgelte entsprechend dem im Herbst 2005 eingereichten Antrag angepasst. Die Unternehmen behaupten, die Frist zur Genehmigung sei verstrichen und der Antrag damit als genehmigt zu betrachten. Die Behörde widerspricht dem.

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