Streit um Gazprom-Gasfeld
US-Firma droht Eon Ruhrgas

Nach BASF wurde nun auch Eon Ruhrgas von einer US-Ölfirma attackiert. Moncrief droht im Zusammenhang mit dem lukrativen Gazprom-Gasfeld in Sibirien mit einer Klage.

HB DÜSSELDORF. Die US-Ölfirma, die nach eigenen Angaben aus Verträgen mit Gazprom aus den 1990er Jahren Anspruch auf einen Anteil an dem Gasfeld herleitet, erklärte am Montag, sie wolle Eon Ruhrgas für den Fall vor Gericht bringen, dass der deutsche Versorger eine Vereinbarung mit Gazprom über die Ausbeutung von Juschno Russkoje schließt. Moncrief sei bei der Erschließung des Felds übergangen worden, hieß es zur Begründung. Der US-Konzern werde deshalb Unternehmen juristisch zur Verantwortung ziehen, die Verträge mit Gazprom schlössen. Eon Ruhrgas wollte die Erklärung des US-Konzerns nicht kommentieren.

Moncrief hatte bereits BASF wegen des Gasfelds mit einer Klage gedroht. BASF hatte aber erklärt, der Chemiekonzern sehe keine rechtliche Grundlage für eine Klage in Deutschland. „Wir sind überzeugt, dass unsere Vereinbarung mit Gazprom dadurch in keiner Weise beeinträchtigt wird“, hatte ein Sprecher betont. BASF hatte mit Gazprom Ende April vereinbart, seine Gas-Tochter Wintershall an der Ausbeutung des Felds zu beteiligen. Dort lagern rund 600 Mrd. Kubikmeter förderbaren Erdgases, die von 2008 an über die Ostsee-Pipeline nach Westeuropa fließen sollen. Eon verhandelt noch mit Gazprom über einen Einstieg in Juschno Russkoje.

Der Vorstoß von Moncrief war bereits im Juli 2005 durch einen Anleihe-Emissionsprospekt von Gazprom bekannt geworden. Einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax zufolge war das Unternehmen im März vor einem Bezirksgericht in Texas mit einer Klage gegen Gazprom und deren Töchter wegen des Gasfelds in der ersten Instanz gescheitert, hatte aber Berufung eingelegt.

Eon will an Gasbeteiligungen in Ungarn festhalten

Der Gasversorger Eon-Ruhrgas will unterdessen seine Mehrheitsbeteiligungen an den Gasfirmen behalten, die der Konzern von der ungarischen MOL übernommen hat. Das Eon-Engagement in Ungarn sei langfristig angelegt, sagte der Chef der Eon Ruhrgas International, Ulrich Schöler, am Montag in Budapest. Dies bedeute, dass Eon die Mehrheitsbeteiligungen und die Kontrolle über die Gesellschaften behalten wolle.

Auf die Frage, ob dies auch Minderheitsbeteiligungen an ungarischen Gesellschaften einschließe oder ob diese an den russischen Energieriesen Gazprom abgetreten werden könnten, wollte Schöler keinen Kommentar abgeben In Branchenkreisen hatte es geheißen, Eon habe in den Verhandlungen mit dem russischen Gasriesen Gazprom über eine Beteiligung an dem Gasfeld Juschno Russkoje Beteiligungen an seinem ungarischen Geschäft angeboten.

Schöler betonte zudem, Eon Ruhrgas wolle seine Gas-Lagerkapazitäten in Ungarn ausbauen. Der Konzern wolle auch eine „führende Rolle“ beim Bau eines Flüssiggasterminals in Kroatien spielen. Die internationalen Beteiligungen von Eon Ruhrgas sind in der Ruhrgas International gebündelt.

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