Streit um Jobabbau
Conti-Chef signalisiert Einigungswillen

Continental-Chef Manfred Wennemer hat im Streit um die geplante Schließung der Pkw-Reifenproduktion in Hannover den Willen zur Einigung mit der Arbeitnehmerseite signalisiert.

HB HANNOVER. „Wir werden mit den Sozialpartnern reden und sehen, welche Möglichkeiten der Einigung es geben könnte“, sagte Wennemer der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Über Lösungswege äußerte sich Wennemer aber nicht. „Wir reden miteinander“, sagte IG-BCE-Sprecher Peter Wind am Donnerstag. „Es gab bereits mehrere Gespräche zwischen Betriebsrat, Gewerkschaft und Vorstand.“ Conti will Ende 2006 die Pkw-Reifenproduktion in Hannover stilllegen. 320 Stellen sollen wegfallen.

Über Einzelheiten der Gespräche wollte sich der IG-BCE-Sprecher nicht äußern. Ein Sprecher von Conti sagte lediglich, der Konzern wolle untermauern, dass Interesse an Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite bestehe. „Wir wollen keine Eskalation“, fügte er hinzu. Wennemer hatte mit der Entscheidung, die Pkw-Reifenproduktion zu schließen, heftige Proteste der Beschäftigten ausgelöst.

Der Conti-Chef beharrte aber darauf, dass die Schließung der Pkw-Reifenproduktion nicht rückgängig gemacht werde, wie dies die Arbeitnehmerseite verlangt. Im Konzern gebe es eine klare Regel: „Wenn wir Überkapazitäten haben, werden sie an Hochlohnstandorten abgebaut.“ Conti argumentiert, Hannover sei mit rund 1,3 Mill. Pkw-Reifen pro Jahr der kleinste und teuerste Standort im Konzern. IG BCE und Betriebsrat halten dagegen, das Werk arbeite profitabel.

Die Arbeitnehmerseite will die Rücknahme der Stilllegung auch bei der Aufsichtsratssitzung am Mittwoch fordern. Wennemer rechnete dort mit keiner Überraschung. „Die operativen Entscheidungen trifft der Vorstand, so steht es schon in der Satzung. Alles andere sind Nebelkerzen.“ Der Aufsichtsrat könnte allerdings mehrheitlich eine Empfehlung an den Vorstand geben, was für die Arbeitnehmerseite schon ein Erfolg wäre.

Betriebsrat und Gewerkschaft verlangen auch, dass die Kündigung der erst im Mai geschlossenen Betriebsvereinbarung aufgehoben wird. Danach wurde die Arbeitszeit auf 40 Stunden in der Woche ohne Lohnausgleich verlängert. Für 2006 und 2007 wurde nach Angaben der Gewerkschaft die Produktion von 1,35 Mill. Reifen zugesichert. Für die beiden folgenden Jahre habe Conti den grundsätzlichen Willen erklärt, Pkw-Reifen in Hannover zu produzieren. Eine Menge sei aber nicht vereinbart worden. Conti hatte Ende November die Betriebsvereinbarung unter Verweis auf eine Sonderkündigungsklausel aufgehoben.

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