Industrie

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Streit um Jobgarantie: Tarifrunde bei RWE droht zu platzen

Sollte die Tarifrunde bei RWE scheitern, droht dem Essener Stromkonzern ein unbefristeter Streik. Vor allem die Forderung nach einer zehnjährigen Beschäftigungsgarantie hat in den Verhandlungen für Streit gesorgt.

Die Zentrale des Energiekonzerns RWE. Quelle: dpa
Die Zentrale des Energiekonzerns RWE. Quelle: dpa

DortmundIm Streit um eine zehnjährige Beschäftigungsgarantie droht beim Essener Stromriesen RWE ein Platzen der Tarifverhandlungen. Nach drei ergebnislosen Runden entscheiden die Gewerkschaften Verdi und IG BCE an diesem Dienstagnachmittag in Dortmund, ob sie die Verhandlungen für gescheitert erklären. Dann könnte wie beim Konkurrenten Eon in der vergangenen Woche eine Urabstimmung über einen Streik folgen. Es wäre nach Gewerkschaftsangaben der erste unbefristete Streik bei einem Energieversorger.

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Die Gewerkschaften fordern für die rund 50.000 RWE-Beschäftigten in Deutschland sechs Prozent mehr Geld. RWE hatte bisher je 1,5 Prozent für 2013 und 2014 und Einmalzahlungen von je 500 Euro angeboten. Hauptstreitpunkt ist der von Verdi und IG BCE geforderte Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2023. Das lehnt RWE bisher ab. RWE streicht wegen der schlechten Geschäftslage weltweit gut 10.000 Stellen und hat dabei sozialverträgliches Vorgehen zugesichert. Eine Garantie will das Unternehmen aber nicht abgeben.

Das sind die größten Energieversorger der Welt

  • Platz 10

    Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

  • Platz 8

    Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

  • Platz 7

    Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

  • Platz 6

    Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

  • Platz 5

    64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

  • Platz 4

    Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

  • Platz 3

    Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

  • Platz 2

    Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

  • Platz 1

    Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Bei Eon war ein bereits vorbereiteter Streik am Wochenende im letzten Moment abgesagt worden - offenbar, nachdem die Arbeitgeber ein verbessertes Angebot vorgelegt haben. Details wurden vorerst geheim gehalten. Am Mittwoch treffen sich die Gewerkschaften in Hannover, um über eine Fortsetzung der Verhandlungen für Eon zu entscheiden. Der Düsseldorfer Versorger beschäftigt in Deutschland einschließlich Töchtern rund 30 000 Menschen. Beobachter rechnen mit der Fortsetzung der Tarifrunde. Eon setzt dabei auf einen baldigen Abschluss.

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