Streit um kanadischen Stahlhersteller
Investmentbank erhöht Dofasco-Anteil auf über fünf Prozent

Die Schweizer Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) erwartet offenbar eine Fortsetzung des Bieterwettstreites um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco.

HB DÜSSELDORF. Die Schweizer Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB) erwartet offenbar eine Fortsetzung des Bieterwettstreites um den kanadischen Stahlhersteller Dofasco. Wie CSFB gestern bekannt gab, halten die Schweizer inzwischen 5,5 Prozent der Aktien von Dofasco. Über die Motive äußerte sich CSFB nicht. Die Beteiligung diene Investmentzwecken, hieß es lediglich. Der Kurs der an der Börse in Toronto gehandelten Dofasco-Aktie legte daraufhin leicht auf 64,90 kanadische Dollar zu.

Der weltweit zweitgrößte Stahlkonzern Arcelor hatte am 23. November gegen den Willen des Dofasco-Managements ein Kaufangebot für den größten kanadischen Stahlhersteller vorgelegt. Arcelor bot damals 56 Dollar oder umgerechnet knapp 3,2 Mrd. Euro. Eine Woche später konnte Dofasco den größten deutschen Stahlhersteller Thyssen-Krupp als so genannten weißen Ritter im Kampf gegen die drohende Übernahme durch Arcelor gewinnen. Thyssen-Krupp konterte mit einem Angebot über 61,50 Dollar je Aktie oder insgesamt 3,5 Mrd. Euro. Am 23. Dezember legte Arcelor nach und erhöhte seine Übernahmeofferte auf 63 Dollar je Aktie. „Der Aufschlag von 2,4 Prozent auf das Angebot von Thyssen-Krupp deutet darauf hin, dass Arcelor nicht gleich alle Karten aufdecken will“, sagte ein Spezialist für Firmenübernahmen. Er rechnet damit, dass der Poker weitergehen wird.

Ein Sprecher von Thyssen-Krupp lehnte eine Stellungnahme zum stärkeren Engagement von CSFB bei Dofasco ab. Offen ließ er auch, ob der Konzern sein Angebot für Dofasco nachbessern werde. Der Sachstand sei unverändert: Der Vorstand von Thyssen-Krupp werde das erhöhte Angebot von Arcelor prüfen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden.

Thyssen-Krupp-Chef Ekkehard Schulz und sein Kollege Guy Dollé von Arcelor haben die Expansion nach Nordamerika zu einem wichtigen strategischen Ziel erklärt. Dofasco würde beiden Konzernen eine ideale Plattform dafür bieten. Das Unternehmen belegt zwar mit einer jährlichen Rohstahlproduktion von 4,4 Millionen Tonnen nur Platz 57 der Weltrangliste. Aber es verdient vergleichsweise gut und ist ein bedeutender Zulieferer für die Automobilhersteller in den USA. Wichtigster Kunde sind nicht die wirtschaftlich angeschlagenen US-Konzerne General Motors und Ford, sondern der gesunde japanische Konkurrent Honda. Es kommt hinzu: Arcelor könnte Dofasco schon heute mit kostengünstigem Vormaterial aus seinen Stahlwerken in Brasilien beliefern. Thyssen-Krupp will dort bis Sommer 2008 eine Hütte bauen.

Analysten warnen bereits vor den negativen Folgen des Übernahmekampfes. Arcelor ist auf Basis des zweiten Angebots bereit, als Kaufpreis für Dofasco mehr als einen Jahresumsatz zu zahlen. Auch der Erzförderer Quebec Cartier Mining, der sich im Besitz von Dofasco befindet, rechtfertige einen solchen Aufschlag nicht.

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