Streit um Kauf von Walter-Bau-Tochter
Staatsanwalt ermittelt gegen Bilfinger

Die Staatsanwaltschaft Bochum ermittelt gegen Manager des Baukonzerns Bilfinger Berger. Es bestehe der Verdacht der Untreue und des Verstoßes gegen Wettbewerbsvorschriften, bestätigte ein Justizsprecher. Hintergrund sei eine Anzeige des Straßenbauunternehmens Walter Heilit, einer Tochter des Konkurrenten Strabag. Danach werden ehemalige Mitarbeiter verdächtigt, bei ihrem Wechsel zu Bilfinger Material mitgenommen oder vernichtet zu haben.

agr DÜSSELDORF.Parallel dazu läuft seit dem Frühsommer ein Verfahren wegen illegaler Abwerbemethoden. Diese Klage der Strabag wurde vom Landgericht München in erster Instanz abgewiesen. Demnächst wird in zweiter Instanz vor dem Oberlandesgericht verhandelt.

Aufgrund der neuen Anzeige durchsuchte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch die Konzernzentrale von Bilfinger in Mannheim sowie die Niederlassung in Essen. Die sichergestellten Materialien würden nun ausgewertet, so der Sprecher. Bilfinger werde die Staatsanwaltschaft bei ihren Ermittlungen unterstützen, sagte ein Sprecher. Straftaten von Mitarbeitern würden nicht geduldet. Er wollte nicht ausschließen, dass die Strafanzeige gestellt wurde, um Belastungsmaterial für das Verfahren vor den Münchener Gerichten zu bekommen.

Hintergrund der Klagen ist ein Streit um den Kauf der Walter Heilit, die Perle des insolventen Augsburger Baukonzerns Walter Bau. Bilfinger-Chef Herbert Bodner hatte dabei im Frühjahr den Kürzeren gegenüber der Strabag gezogen und muss nun sein deutsches Straßenbaugeschäft aus eigener Kraft aufbauen. Bodner hatte damals heftige Kritik am Vorgehen des Insolvenzverwalters der Walter Bau, Werner Schneider, geübt und ihm eine Bevorzugung der Strabag unterstellt. Zum Aufbau der Straßenbausparte hatte Bodner dann ausgerechnet einen ehemaligen Heilit-Manager als Berater engagiert. Konkurrent Strabag und der Insolvenzverwalter warfen Bilfinger vor, Heilit-Manager abzuwerben und damit den Verkaufsprozess zu stören.

Bodner hatte den Vorwurf zurückgewiesen: Die von der Strabag geplante Übernahme stoße bei Teilen von Management und Belegschaft auf Ablehnung. Bilfinger lagen laut Bodner eine ganze Reihe Bewerbungen von Mitarbeitern der Walter Heilit vor. Mit einigen Bewerbern wurden dann auch Arbeitsverträge abgeschlossen.

Das Insolvenzverfahren der Walter Bau ist dagegen weitgehend abgeschlossen. „Die Unternehmen sind verkauft. Jetzt läuft die Kärrnerarbeit“, sagte ein Sprecher Schneiders. Dazu zählt das Eintreiben von Forderungen. So will Schneider die thailändische Regierung in einem Schiedsverfahren zwingen, 100 Mill. Dollar für eine Beteiligung an einer Maut-Autobahn zurückzuzahlen.

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