Streit um Konzern-Aufspaltung
Bittere Zeiten für Pepsi

Fallende Marktanteile, konfuses Marketing, verfehlte Ziele: die Chefin von Pepsico, Indra Nooyi, steht in der Kritik. Aktionäre und Verwaltungsräte fordern weitreichende Veränderungen.
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New YorkMusik spielt eine große Rolle im Leben von Indra Nooyi. Die Pepsico-Chefin läuft manchmal singend durch die Büroflure im Konzernsitz des Getränke- und Snackunternehmens in der Nähe von New York. Für eine interne Konferenz heuerte sie eine Karaoke-Band an, zu deren Musik die Spitzenmanager Liedchen trällerten – um den Teamgeist zu fördern. Musik liegt der 56-Jährigen im Blut: Schon als Teenager spielte sie in Chennai, ihrer Geburtsstadt in Indien, in einer Mädchen-Rockband.

Doch seit einiger Zeit häufen sich die Misstöne: Gleich zweimal musste Nooyi in diesem Jahr Gewinnvorgaben für Pepsi heruntersetzen. Bereits vergangenes Jahr rutschte das Flaggschiff Pepsi-Cola beim Verkaufsvolumen im wichtigen US-Erfrischungsgetränkemarkt hinter Diet-Coke auf Platz drei. Eine Markenerneuerung des Orangensafts Tropicana floppte – und musste verändert werden.

Die Pepsi-Aktie notiert zum selben Kurs wie zu Nooyis Amtsübernahme 2006, in der gleichen Zeit legte Coca-Cola um fast 60 Prozent zu. Anleger begehren nun auf und fordern eine Aufspaltung des Unternehmens in eine Getränke- und eine Lebensmittelsparte. Dagegen wehrt sich Nooyi mit Händen und Füßen. „Ich glaube fest daran, dass der Wert von Pepsico als ein einziges Unternehmen am besten gesteigert werden kann“, sagte Nooyi vor wenigen Wochen bei der Verkündigung der Quartalsergebnisse.

Einige Mitglieder des Verwaltungsrats sehen dies anders. Laut Presseberichten sind sie beunruhigt über die schlechte Aktienperformance und den Abgang von Eric Foss. Der Chef der Getränkesparte von Pepsi räumt am 9. Dezember seinen Schreibtisch. Nicht wenige sahen in ihm einen möglichen Nachfolger von Nooyi. Laut Ali Dibadj vom Analysehaus Sanford Bernstein ist nur die Hälfte der Pepsi-Aktionäre mit der Arbeit des Managements zufrieden, während der Wert bei Coca-Cola bei 80 Prozent liegt. In seiner Studie zitiert Dibadj zahlreiche frustrierte Investoren: Das Spitzenmanagement sei „schwach“, „dickköpfig“ und „hochgejubelt“.

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