Streit um Kupfer- und Goldmine: Mongolei bietet Bergbauriesen Rio Tinto die Stirn

Streit um Kupfer- und GoldmineMongolei bietet Bergbauriesen Rio Tinto die Stirn

Multinationales Rohstoff-Unternehmen gegen bettelarmes Land: Zwischen der Mongolei und dem Bergbaukonzern Rio Tinto entflammt ein Streit um den Bau der weltgrößten Kupfermine. Es geht dabei um viel Geld.
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DüsseldorfDem Bergbaukonzern Rio Tinto droht Streit in der Mongolei. Der nach Börsenwert zweitgrößte Rohstoffkonzern der Welt ringt mit steigenden Kosten beim Aufbau der Kupfer- und Goldmine Oyu Tolgoi, mitten in der Wüste Gobi. Die Mongolei ist Teilhaber an dem insgesamt 13 Milliarden Dollar schweren Minenprojekt, das Hunderttausende Tonnen Kupfer und Gold fördern soll.

Die Kosten der laufenden Ausbauphase steigen auf 6,6 Milliarden Dollar. Im Jahr 2010 waren noch 5,7 Milliarden Dollar veranschlagt worden. Nun will die mongolische Regierung die Finanzierung blockieren. Der Rohstoffkonzern mit Hauptsitz in London und Melbourne versucht gerade, sechs Milliarden Dollar einzusammeln.

Die Mine in der mongolischen Steppe wird die größte Kupferabbaustätte der Welt. Der Regierung in der Hauptstadt Ulan Bator gehören 34 Prozent an dem Projekt, der Rest einer Tochtergesellschaft des Londoner Rohstoffriesen Rio Tinto. Wenn die Kupfer- und Goldgrube fertig ausgebaut ist, wird die Oyu Tolgoi-Mine den größten Beitrag zur Wirtschaftsleistung des Landes stemmen.

Hinter dem Gezanke um die Kosten und die Finanzierung steckt ein viel tiefer gehender Streit. Der bettelarme Staat ringt mit dem globalen Rohstoffkonzern um mehr Einfluss bei dem Projekt – und um die Aufteilung der erwarteten Einnahmen in Milliardenhöhe. Die Bodenschätze des Landes sind bislang noch weitgehend unerschlossen.

Der Präsident des Landes, Tsakhia Elbegdorj, forderte jüngst mehr Kontrolle über das Bauprojekt. Zudem sollen mehr einheimische Firmen Aufträge erhalten, sagte Elbegdorj laut Nachrichtenagentur Bloomberg. Auch eine mongolische Bank soll bei dem Vorhaben mitwirken. Das Management sei „unverantwortlich“. Die Mine solle der Mongolei helfen, wirtschaftlich zu wachsen, „und keine Narben hinterlassen“.

Die bisherige Rohstoffförderung in dem Land erfolgt oft im Tagebau – mit schweren Folgen für Landschaft und Umwelt. Zudem verbreitet sich in der Bevölkerung der Eindruck, dass der Rohstoff-Boom an den Menschen vorbeigeht. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung lebt in extremer Armut.

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