Streit um Machtverteilung
VW-Betriebsrat stellt Bedingungen für „Friedensgipfel“

Im Streit um die Mitbestimmung in der Porsche Holding stellt der Betriebsrat der künftigen Tochtergesellschaft VW weitere Bedingungen. Hintergrund ist die Auseinandersetzung um die Machtverteilung unter den Arbeitnehmervertretern in der Porsche-Holding, in der beide Unternehmen gebündelt werden sollen.

HB HAMBURG. Volkswagen-Betriebsratschef Bernd Osterloh macht seine Teilnahme an dem Mitte September bei der IG Metall in Frankfurt geplanten "Friedensgipfel" davon abhängig, dass die Aufsichtsratschefs von Porsche und VW, Wolfgang Porsche und Ferdinand Piech, daran teilnehmen.

Ein Sprecher des VW-Betriebsrats bestätigte am Mittwoch in Wolfsburg die Existenz eines Briefes an den Stuttgarter Sportwagenbauer Porsche, der von den Familien Porsche und Piech kontrolliert wird. Darüber hatte auch die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) berichtet. Bei VW-Großaktionär Porsche hieß es dagegen, ein solcher Brief sei nicht bekannt.

Osterloh hatte in dem seit Monaten gärenden Streit bereits am Wochenende die Einladung von Porsche zu dem Friedensgipfel in der IG-Metall-Zentrale ausgeschlagen. Er warf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking erneut vor, nicht auf die Forderungen der vielfach größeren VW-Belegschaft einzugehen.

In der Auseinandersetzung geht es um die Machtverteilung unter den Arbeitnehmervertretern in der Porsche-Holding, in der der Stuttgarter Sportwagenhersteller mit 12 000 Beschäftigten und der Wolfsburger Autokonzern mit 360 000 Mitarbeitern gebündelt werden sollen. Der VW-Betriebsrat kritisiert vor allem, dass Porsche die Vereinbarung mit dem eigenen Betriebsrat auf zehn Jahre geschlossen hat und sie selbst bei grundlegenden Änderungen der künftigen Konzernstruktur nicht anpassen will. Die Vereinbarung kann gegen den Willen der Porsche-Vertreter im Betriebsrat nicht gekündigt werden.

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