Streit um Ritter-Sport-Aroma: Symrise gibt Stiftung Warentest nicht nach

Streit um Ritter-Sport-Aroma
Symrise gibt Stiftung Warentest nicht nach

Im Konflikt mit der Stiftung Warentest gibt sich der Aromenhersteller Symrise selbstbewusst. Man habe sich bei der Produktion des Vanille-Aromas für Ritter-Sport nichts vorzuwerfen. Ein Vergleich sei kein Thema.
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FrankfurtDer Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise will den Streit um Vanille-Aroma für Ritter-Sport-Schokolade bis zum Ende durchfechten. Es werde keinen Vergleich mit der Stiftung Warentest geben, erklärte Symrise-Chef Heinz-Jürgen Bertram am Montag bei der Bilanz-Pressekonferenz des M-Dax-Konzerns in Frankfurt.

Die Verbraucherschutzorganisation hatte behauptet, das von Symrise gelieferte Vanille-Aroma sei nicht natürlichen Ursprungs und daher auf der Schokolade falsch deklariert. Diese Aussage wurde der Stiftung vom Landgericht München per einstweiliger Verfügung und einem angedrohten Ordnungsgeld von 250 000 Euro untersagt. Die Stiftung will den Rechtsstreit weiterführen und hat Berufung gegen die Entscheidung eingelegt, wie eine Sprecherin in Berlin bestätigte. Ein Termin stehe noch nicht fest.

Symrise habe bereits gegenüber der Lebensmittelaufsicht lückenlos nachgewiesen, dass der umstrittene Inhaltsstoff Piperonal natürlichen Ursprungs sei, sagte Bertram. „Wir sehen uns auf ganz sicherem Grund und haben alle Belege in der Hand, die wir brauchen.“ Das Unternehmen hatte bereits unmittelbar nach Bekanntwerden der Kritik eine Garantie-Erklärung abgegeben, dass das vom Kunden Ritter-Sport in der Sorte Voll-Nuss verwendete Aroma natürlichen Ursprungs sei.

Der Symrise-Chef warf der Stiftung leichtfertiges Handeln vor, weil sie sich in der Frage der Piperonal-Produktionsmöglichkeiten lediglich auf eine Internet-Recherche mit Google und Wikipedia verlassen habe. „Unsere Patente auf die Verfahren kannten die gar nicht.“ Dazu wollte die Warentest-Sprecherin keinen Kommentar abgeben.

Nach Firmenangaben wird das Symrise-Piperonal von einem Lohnhersteller aus einem Lorbeer-Gewächs gewonnen. Künftig werde man die Produktion ins eigene Haus holen und das Aroma aus schwarzem Pfeffer gewinnen, kündigte Bertram am Montag an. Mit dem langjährigen und regelmäßig überprüften Zulieferer auch weiterer Stoffe werde man weiterhin zusammenarbeiten, ergänzte ein Firmensprecher.

Die Geschäfte des Unternehmens aus dem niedersächsischen Holzminden laufen derweil glänzend: Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz dank einer starken Nachfrage in den Schwellenländern um 5,5 Prozent im Vergleich zu 2012 auf den Rekordwert von 1,83 Milliarden Euro. Der Gewinn legte um 9 Prozent auf 172,3 Millionen Euro zu. Den Aktionären winkt eine Dividende von 70 Cent je Aktie (Vorjahr: 65 Cent). Auch für 2014 zeigte sich der Konzern als weltweite Nummer Vier im Markt für Aromen und Duftstoffe zuversichtlich: Man wolle erneut schneller wachsen als der Markt, erklärte Bertram.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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