Streit um Samstagsarbeit
Zank bei Daimler kostet hunderte Jobs

Die Planung hörte sich so gut an: Daimler holt einen Auftrag seiner US-Tochter Chrysler nach Stuttgart-Untertürkheim; hunderte Arbeitsplätze enstehen. Doch laut eines Zeitungsberichts wird daraus nichts. Im Gegenteil: Nun müssen Beschäftigte um ihre Jobs bangen. Grund ist ein Streit zwischen Werksleitung und Betriebsrat.

HB STUTTGART. Wie die „Stuttgarter Nachrichten“ in ihrer Freitagsausgabe unter Berufung auf die Werksleitung und den Betriebsrat berichten, konnten sich die beiden Parteien nicht darauf verständigen, den Samstag zur Regelarbeitszeit zu machen. Dadurch seien 550 zusätzliche Jobs verloren gegangen, die ab 2009 hätten geschaffen werden können. Samstagsarbeit ist im Tarifgebiet Nordwürttemberg-Nordbaden von der Zustimmung des Betriebsrats abhängig. Eine Daimler-Sprecherin bestätigte den Bericht.

In Untertürkheim werden von knapp 20 000 Mitarbeitern vor allem Motoren, Getriebe und Achsen für Mercedes-Benz-Pkw produziert. Rund ein Fünftel des Produktionsprogramms besteht jedoch bereits aus Aufträgen von anderen Konzernsparten oder externen Kunden. Für Chrysler hätten Hinterachsgetriebe, Seitenwellen und Bremsscheiben gebaut werden sollen.

Trotz Zugeständnissen beider Seiten scheiterte den „Stuttgarter Nachrichten“ zufolge eine Einigung letztlich an diesem einzigen Punkt. Nach Angaben des Unternehmens sei die Rechtsverbindlichkeit der Samstagsarbeit eine unabdingbare Bedingung gewesen, um die Belieferung des Kunden aus dem eigenen Hause sicherzustellen.

Der Betriebsrat widersprach dieser Darstellung und bezeichnete die eigenen Zugeständnisse als ausreichend, um die Liefersicherheit zu gewährleisten. Der Untertürkheimer Betriebsratschef Helmut Lense sprach von einem „irrationalen Verhalten“ des Unternehmens. Nun steuere die Firma geradewegs auf den nächsten Personalabbau zu. In Untertürkheim sind im Zuge des Abbaus von 8 500 Jobs bei der Mercedes Car Group bereits rund 1 100 Stellen gestrichen worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%