Streit um Sparpaket
Arbeitnehmer bei Opel stellen Bedingungen

Erstmals hat sich die Arbeitnehmerseite Im Ringen um ein Sparpaket für Opel grundsätzlich positioniert. Voraussetzung für eine Zustimmung der Arbeitnehmer zu einem Sparpaket sei ein transparentes Geschäftsmodells für Europa, so der Gesamtbetriebsratschef.

HB FRANKFURT. "Die GM-Belegschaft in Europa wird bei den Verhandlungen über ein neues Sparpaket eine harte Haltung verfolgen: Einen Beitrag der Arbeitnehmer machen wir von der Vorlage eines transparenten Geschäftsmodells für Europa abhängig", sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz dem Handelsblatt. "Wir wollen das Geschäft von GM in Europa auf neue Füße stellen und das ebenso wie eine mögliche Bürgschaft vertraglich absichern. Das kann bis zu einer Beteiligung der Mitarbeiter an Opel reichen." Anderenfalls würden die Arbeitnehmer freiwillig keinen Cent zur geplanten Senkung der Strukturkosten in Europa beitragen. Franz ist der oberste Arbeitnehmervertreter von GM in Europa.

Die GM-Belegschaft in Europa hat damit erstmals ihre Position bei den laufenden Verhandlungen über ein drastisches Sparpaket abgesteckt. Seit Anfang November verhandelt das Management mit der Belegschaft über ein Sparpaket, mit dem die Strukturkosten um 750 Mio. Dollar gesenkt werden sollen. Die Führung der deutschen GM-Tochtergesellschaft bemüht sich zugleich um eine Milliarden-Bürgschaft von Bund und Ländern, um sich gegen eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Mutterkonzerns zu wappnen.

Der Opel-Mutterkonzern GM war am Donnerstag mit seiner Forderung nach Staatshilfen im US-Kongress vorerst gescheitert. Franz kritisierte den Auftritt der GM-Konzernspitze offen. "Der Auftritt von GM-Chef Rick Wagoner vor dem Kongress war peinlich und wird Obama nicht erleichtern, ein Hilfspaket durchzusetzen", monierte er. "Das war auch nicht der Zielsetzung dienlich, die Arbeitsplätze bei GM zu sichern." Das geplante 25 Milliarden Dollar schwere Hilfspaket für die angeschlagene amerikanische Autobranche fand am Donnerstag zunächst nicht die nötige Zustimmung im US-Kongress. Nun sollen die Hersteller bis zum 2. Dezember darlegen, wie sie die Staatshilfen verwenden wollen.

Opel-Chef Hans Demant hatte noch vor wenigen Tagen im Handelsblatt-Interview klargestellt, dass der Konzern das Sparpaket in Europa unabhängig von den möglichen Staatsbürgschaften für den Rüsselsheimer Autobauer brauche, um sich auf den erwarteten Nachfragerückgang im kommenden Jahr einzustellen. Das Management verhandelt deshalb momentan mit dem Betriebsrat über ein Bündel von Maßnahmen, zu denen unter anderem eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 30 Stunden, eine Nullrunde für die Beschäftigen, der Wegfall von Bonuszahlungen für Manager bis hin zum Zurückholen von ausgelagerten Arbeiten, um Arbeitsplätze zu sichern zählen.

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