Streit um Stahlfusion Thyssen-Krupp ist offenbar zu Zugeständnissen bereit

Im Streit um die geplante Stahlfusion mit Tata geht Thyssen-Krupp offenbar auf die Arbeitnehmer zu. Laut einem Bericht hat die Konzernführung bereit, „weitreichende Zusagen“ einzugehen.
Update: 10.12.2017 - 16:26 Uhr Kommentieren
Die Arbeitnehmervertreter laufen seit Monaten Sturm gegen die Pläne von Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Quelle: dpa
Stahlarbeiter bei Thyssen-Krupp

Die Arbeitnehmervertreter laufen seit Monaten Sturm gegen die Pläne von Vorstandschef Heinrich Hiesinger.

(Foto: dpa)

DüsseldorfIm Streit um die Fusion der Stahlsparte von Thyssen-Krupp mit dem Konkurrenten Tata Steel geht der Vorstand auf die Mitarbeiter zu. Personalchef Oliver Burkhard hat nach Handelsblatt-Informationen einen ersten Vorschlag vorgelegt. Über die Details werde beim nächsten Treffen der gemeinsamen Arbeitsgruppe am Dienstag beraten. „Wir sind dazu bereit, bei den Themen, die für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders wichtig sind, weitreichende Zusagen einzugehen“, zitierte „Bild am Sonntag“ aus einem internen Schreiben Burkhards an Führungskräfte des Konzerns. Dieser wollte sich dazu nicht äußern.

„Es geht jetzt um eine Lösung für die Menschen. Wenn die Arbeitgeberseite sich jetzt bewegen will, ist das ein Signal, das wir aufnehmen“, sagte der nordrhein-westfälische IG Metall-Chef Knut Giesler. Die Stahlkocher gehen seit Monaten gegen die Pläne von Vorstandschef Heinrich Hiesinger auf die Barrikaden. Sie befürchten bei einer Fusion der Stahlsparte mit Tata Steel den Abbau zahlreicher Arbeitsplätze und die Schließung von Standorten. Bislang ist klar, dass auf beiden Seiten bis zu 2000 Jobs gestrichen werden könnten. Thyssen-Krupp Steel Europe beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter.

„Es muss alles auf den Tisch“, sagte ein Gewerkschafter. Das Management habe bislang eine Hinhaltetechnik gefahren. Dabei seien die Forderungen der Arbeitnehmervertreter klar. „Wir fordern zehn Jahre Sicherheit für Beschäftigte, Standorte, Anlagen und Investitionen.“ Das Ganze soll bis zum 22. Dezember in einen Tarifvertrag münden, über den die Beschäftigten im Januar abstimmen sollen. „Das Ganze muss justiziabel sein.“

Burkhard will sich der „BamS“ zufolge Fragen wie der Standortsicherung, künftigen Investitionen und der Beschäftigungssicherung widmen. „Hier wollen wir mit unserem Vorschlag bis ins nächste Jahrzehnt hinein Arbeitsplätze im zukünftigen Joint Venture sichern.“ Die Erwartungen der Arbeitnehmer liegen dabei hoch, sind in der Stahlsparte betriebsbedingte Kündigungen nach einer früheren Vereinbarung ohnehin bis 2021 ausgeschlossen.

Analysten zufolge will der Vorstand bis Ostern mit Tata einen Vertrag unterzeichnen. Dies habe das Management am Freitag beim Capital Markets Day erwähnt. Hiesinger und Finanzchef Guido Kerkhoff hätten sich zudem zuversichtlich gezeigt, dass es zu einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmervertretern kommen wird.

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