Streit um Volkswagen
Piëch versöhnt sich mit der Verwandtschaft

Auch wenn die Familienfehde im Porsche-Clan vorerst beigelegt zu sein scheint, eskaliert der Streit zwischen dem VW-Betriebsrat und Großaktionär Ferdinand Piëch. Die Betriebsräte wollen nun sogar klagen. Die Macht im Autoreich Porsche-VW soll neu verteilt werden.

STUTTGART/HAMBURG. Trotz einer überraschenden Annäherung im familieninternen Streit des Porsche-Clans zeichnet sich keine Einigung zwischen dem Großaktionär des Volkswagen-Konzerns und dessen Betriebsrat ab. Im Gegenteil: Die Arbeitnehmervertreter von VW kündigten gestern eine neue Klage gegen Porsche an, sollte das Unternehmen nicht einlenken.

Bei dem seit Monaten schwelenden Konflikt geht es um die Verteilung der Macht im gemeinsamen Autoreich Porsche-VW. Volkswagen mahnt eine seiner Größe entsprechende Vertretung an. "Wie dieser Graben überwunden werden soll, bleibt offen", sagten Insider dem Handelsblatt.

Hoffnungen schürt ein Treffen der Eigentümer des Sportwagenbauers Porsche. Offenbar haben sie sich dabei darauf verständigt, den verwandtschaftlichen Zwist beizulegen. Als Folge des Schulterschlusses innerhalb der Sippe schlug VW-Patriarch und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piëch in einem Interview mit der "Bild"-Zeitung moderate Töne an. "Seien sie sicher, dass wir hier an einem Strang ziehen", sagte Piëch auf die Frage nach der Einigkeit innerhalb der Familienstämme. Wird Porsche VW beherrschen? "Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden", antwortete der Automanager.

Beobachter werten Piëchs Äußerungen als Zustimmung zu einem Beherrschungsvertrag durch Porsche. Die Stuttgarter halten derzeit mehr als 35 Prozent der VW-Stammaktien und wollen bis zum Jahresende die Mehrheit übernehmen. Spezifische Regelungen in der Unternehmenssatzung und ein neues VW-Gesetz, das der Bundestag derzeit berät, blockieren Porsches Zugriff aber selbst im Fall einer deutlichen Mehrheit.

Der in Wolfsburg traditionell einflussreiche Betriebsrat beharrt trotz Piëchs Vermittlung auf seiner Position. Synergien für beide Seiten sollte man nutzen, sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh. "Wir sind aber strikt gegen einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit Porsche." Die Arbeitnehmervertreter würden alles in ihren Möglichkeiten stehende tun, "um einen solchen Vertrag auch in Zukunft zu verhindern". Osterloh kündigte neben den bereits laufenden juristischen Schritten eine weitere Klage an.

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