Streit um Werksschließung
Bochumer Betriebsrat verklagt Opel-Vorstand

Rainer Einenkel gibt nicht auf: Der Betriebsratschef des Bochumer Opel-Werkes verklagt den Vorstand. Der Aufsichtsrat sei nicht richtig informiert worden. Der Streit um die Werksschließung geht in die nächste Runde.
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BochumDer Bochumer Opel-Betriebsrat hat im Streit um die Schließung des Standorts den Konzernvorstand verklagt. Konkret beanstandet er die Verlegung der Produktion des Zafira nach Rüsselsheim. Darüber sei „der gesamte Aufsichtsrat nicht korrekt informiert“ worden, sagte Betriebsratschef Rainer Einenkel am Donnerstag dem Portal „DerWesten“, dem Internetauftritt der Funke-Mediengruppe. „Es gab keine sauberen Informationen über den Beschluss, das Werk zu schließen“, kritisierte Einenkel, der selbst im Aufsichtsrat sitzt.

Die Opel-Beschäftigten in Bochum hatten den Sanierungstarifvertrag des Unternehmens abgelehnt, der den Erhalt zahlreicher Jobs, aber die Schließung der Produktion im Bochumer Werk nach 2016 vorsah. Daraufhin verkündete Opel das Aus bereits für Ende 2014. Derzeit arbeiten bei Opel-Bochum direkt und im Verteilzentrum noch mehr als 3000 Mitarbeiter.

Für ihre Klage erhoffen die Initiatoren Unterstützung der anderen Belegschaften, die dem Sanierungskurs des Managements bisher gefolgt sind: „Als Bochumer erwarten wir, dass alle weiteren Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, und dazu gehören alle Betriebsratsvorsitzenden der deutschen Opel-Werke, der Bezirksleiter der IG Metall-Hessen und die IG Metall, die Klage der Bochumer unterstützen“, heißt es auf der Internetseite des Bochumer Betriebsrats.

Der Autobauer Opel sieht die Klage des Bochumer Betriebsrats gelassen. Zwar sei die Klageschrift noch nicht beim Unternehmen eingegangen, sagte ein Sprecher der Adam Opel AG am Freitag. „Unabhängig davon stellen wir fest, dass der Opel-Aufsichtsrat seine Entscheidung im Einklang mit allen geltenden Regeln getroffen hat.“

Dem Autobauer geht es mittlerweile wieder besser. Opel konnte in einem weiterhin schwachen europäischen Automarkt vor allem durch Einsparungen ihre Verluste deutlich eindämmen. „Wir haben weitere Fortschritte in unserem europäischen Geschäft gemacht“, erklärte Dan Akerson, Chef des US-Mutterkonzerns General Motors, Ende Juli. Im zweiten Quartal schrieb General Motors in Europa noch ein operatives Minus von 110 Millionen Dollar (84 Millionen Euro), nachdem im Vorjahreszeitraum ein fast viermal so hoher Verlust von 394 Millionen Dollar angefallen war. Damit kommen Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall ihrem Ziel näher, zur Mitte des Jahrzehnts wieder Geld zu verdienen.

Opel und Vauxhall haben es allerdings angesichts der schwierigen Marktlage noch nicht geschafft, den Schwund bei den Verkäufen zu stoppen. Diese fielen in Europa weiter von 299.000 im Vorjahresquartal auf nun 284.000 Fahrzeuge. In der Folge reduzierte der Hersteller seine Belegschaft auf dem Kontinent binnen eines Jahres von rund 38.000 auf etwa 35.000 Beschäftigte.

Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht im Stellenabbau den Hauptgrund für die besseren Zahlen: „Wenn man auf die Marktanteile schaut, die hohen taktischen Zulassungen, dann sieht es weniger rosig aus“, sagte er Ende Juli. „Eine Trendwende sieht anders aus.“ Er rechnet noch lange mit einem schwachen Markt in Europa.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit um Werksschließung: Bochumer Betriebsrat verklagt Opel-Vorstand"

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  • Herr Einenkel sollte vielleicht mal sein eigenes Verhalten hinterfragen, ob das denn dienlich ist. Anstatt kontruktiv mitzuarbeiten, ist er immer nur auf Krawall gebürstet und sucht wo es nur geht Streit.

    Was soll man von einem Gewerkschafter auch erwarten..

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