Streit zwischen Betriebsrat und Sanierer Bernhard
Porsche sieht Alternativen zur Schrumpfkur

Der als harter Sanierer bekannte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard hat noch tiefere Einschnitte im Visier als bislang erwartet. Mit seinen Plänen stößt er allerdings sowohl beim Betriebsrat als auch beim Volkswagen-Hauptaktionär Porsche auf Widerspruch.

HB HAMBURG. Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh warf dem Manager am Montag schlechten Führungsstil und Ideenlosigkeit vor. „Einfach das Tafelsilber zu verscherbeln, hat nichts mit intelligentem Management zu tun. Das kann jeder auf dem Flohmarkt“, schrieb Osterlohn in einem Brief an die Belegschaft. Bernhard hatte zuvor in der Mitarbeiterzeitschrift „Autogramm“ eine Steigerung der Produktivität um bis zu 30 Prozent als Ziel der nächsten drei Jahre genannt und dabei die Schließung unrentabler Betriebsteile erwogen. „Das verstehen wir wirklich nicht unter einem kompetenten, ideenreichen und verantwortungsvollen Führungsstil“, sagte Osterloh. Es gebe noch eine ganze Menge mehr Möglichkeiten, diese Bereiche fit zu machen.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking wies darauf hin, dass Einschnitte in Kapazitäten und Personal nicht die einzige Möglichkeit zur Sanierung seien. „Man kann sich gesundschrumpfen - oder den Angriff wagen“, sagte er der „Automobilwoche“. Er wolle mithelfen, das Problem der Überkapazitäten im VW-Fabrikverbund „mit neuen Ideen“ zu lösen. Porsche war vor Kurzem zum größten VW-Aktionär vor dem Land Niedersachsen aufgestiegen, Wiedeking sitzt im VW-Aufsichtsrat.

Bernhard unterstrich in der Mitarbeiterzeitung, für wie dringend er die Sanierung von VW hält. Die traditionellen Volkswagen-Werke hätten in den vergangenen Jahren einen hohen dreistelligen Millionenverlust eingefahren. „Wenn wir diese Probleme nicht jetzt lösen, steht langfristig das gesamte Unternehmen auf dem Spiel“, betonte Bernhard. Für Bereiche, die weit von einer Wettbewerbsfähigkeit entfernt seien, müsse die Schließung ins Auge gefasst werden. „Es kann nicht unser Ziel sein, langsam niederzugehen wie Wettbewerber in den USA.“ Die Konkurrenten General Motors und Fordhaben wegen hoher Verluste auf ihrem Heimatmarkt Nordamerika den Abbau von jeweils bis zu 30 000 Arbeitsplätzen in den nächsten Jahren und die Schließung von Werken angekündigt.

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