Strom aus der Sonne
Solarunternehmen verdienen trotz hoher Investitionen gut

Die Branche atmet auf, die neuen Fördersätze für den Solarstrom stellen die Unternehmen zufrieden. Bis 2015 soll der Sonnenstrom wettbewerbsfähig sein. An der Börse werden die Solar-Aktien hoch gehandelt.

DUBAI, DÜSSELDORF. „Damit kann die Branche leben.“ So wie Frank Asbeck, Vorstandsvorsitzender der Bonner Solarworld, zeigte sich die gesamte Solarbranche erleichtert über die neuen Fördersätze für Strom aus der Sonne. Die Werte seien zwar sportlich, aber die Branche könne es schaffen, im Jahr 2015, wie geplant, Solarstrom wettbewerbsfähig anzubieten.

An der Börse herrschte Freude. Solaraktien gehörten am Freitag zu den klaren Gewinnern. Die Aktien von Solarworld, Q-Cells oder Solon legten mehr als acht Prozent zu. Die WestLB erhöhte die Empfehlungen für Solarworld und Q-Cells. „Die Bewertungen der Solaraktien werden weiter schwanken, aber nach den Abschlägen der vergangenen Monate bestehen wieder gute Chancen auf Kursanstiege“, schreiben die Analysten.

Die starke Nachfrage nach Solaranlagen hat den Unternehmen hohe Renditen und Bewertungen gebracht. Q-Cells weist für das vergangene Jahr bei einem Umsatz von 859 Mill. Euro einen Jahresüberschuss von 148 Mill. Euro aus und wird dafür an der Börse mit 5,8 Mrd. Euro bewertet.

Kritiker werfen der Industrie deshalb vor, dass die Hersteller die Preise wegen der hohen Produktivitätsfortschritte in der Fertigung zwar senken könnten, dies aber wegen der hohen Nachfrage unterlassen. Die Beratungsfirma Photon Consult schreibt in einer Studie, dass sich die Preise für Solarstrom bereits 2004 von den Herstellungskosten für Solarmodule abgekoppelt haben. Weil die Nachfrage nach Solaranlagen weitaus größer sei als das Angebot, werden Kostensenkungen in der Fertigung nicht mehr automatisch an die Kunden weitergegeben. Diese Situation dürfte noch mehrere Jahre so bleiben.

Die Industrie rechtfertigt die guten Renditen mit ihren hohen Investitionen. So investiert Q-Cells knapp 30 Prozent seines Umsatzes vor allem in den Ausbau der Fertigung und zahlt deshalb auch keine Dividende. Vor allem in Ostdeutschland sind zahlreiche Fabriken für Solartechnik entstanden. Die Photovoltaikbranche zählt nach Angaben des Bundesverbandes Solarwirtschaft inzwischen in Deutschland rund 100 Hersteller. Ein Gutachten des Instituts für Wirtschaftsforschung der Uni München und von Eupd-Research erwartet, dass die deutschen Solarfabriken ihre Produktion von Solarzellen von 1,7 Gigawatt im vergangenen Jahr auf 4,5 Gigawatt im Jahr 2010 steigern werden.

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