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Strom aus der Wüste: Solarprojekt Desertec findet Partner

exklusiv Das gigantische Wüsten-Solarstrom-Projekt Desertec erhöht seine Schlagkraft. Die Initiative, bisher mehrheitlich von deutschen Unternehmen dominiert, steht kurz vor der Aufnahme führender Energieversorger aus dem europäischen Ausland und Nordafrika.

Strom aus der Wüste: In Kalifornien ist dies bereits Realität. Quelle: ap
Strom aus der Wüste: In Kalifornien ist dies bereits Realität. Quelle: ap

MÜNCHEN. Das erfuhrt das Handelsblatt aus Verhandlungskreisen. Details werden morgen von einer Arbeitsgruppe in Algier verhandelt. Desertec ist das derzeit wohl ambitionierteste Infrastrukturprojekt weltweit. Ziel ist der Bau großer solarthermischer Kraftwerke in Nordafrika und dem Nahen Osten, die bis 2050 mindestens 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken sollen. Das Investitionsvolumen wird auf 400 Mrd. Euro geschätzt.

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Gegründet wurde die Initiative im Juli von zwölf Konzernen und der Desertec Foundation. Nach der spektakulären Vorstellung der Pläne wollten viele Unternehmen aus dem In- und Ausland auf den Zug aufspringen. „Die Liste derjenigen, die sich als Interessenten gemeldet haben, ist lang“, sagte Ernst Rauch, Desertec-Projektleiter beim Initiator Münchener Rück dem Handelsblatt. Dem Vernehmen nach wollten mehrere Dutzend Konzerne Mitglied werden. Zudem gab es mehr als 100 unverbindliche Anfragen. Ein Teil dieser Unternehmen soll nun zusätzlich als assoziierte Partner aufgenommen werden – eine Stufe unter der Vollmitgliedschaft.

Die Desertec-Initiative will aber den Kreis der Gesellschafter überschaubar halten, um handlungsfähig zu bleiben. Bei der Aufnahme neuer Unternehmen spiele der inhaltliche Mehrwert, den diese liefern, vor allem aber die Geografie eine Rolle. „Unsere Desertec-Industrieinitiative kann nur erfolgreich sein, wenn wir uns internationalisieren“, sagte Rauch. Auch Rene Umlauft, Chef der Sparte Erneuerbare Energien bei Desertec-Mitglied Siemens, betont: „Wir streben in der Planungsgesellschaft ein ausgewogenes Verhältnis aus deutschen und internationalen Vertretern an.“

Nach Informationen des Handelsblatts soll die Zahl der Desertec-Mitglieder bei der Gründung der GmbH Ende Oktober von derzeit 13 auf voraussichtlich 20 aufgestockt werden. Aufgenommen werden sollen Verhandlungskreisen zufolge unter anderem die italienische Enel, der spanische Netzbetreiber Red Electrica España, die französische EdF und Unternehmen aus Marokko, Tunesien und Ägypten. Für das Projekt ist es wichtig, die – oft staatlichen oder halbstaatlichen – Versorger aus den Ländern an Bord zu haben, in denen die Anlagen stehen sollen oder durch die die Leitung verlaufen sollen.

Noch sind keine offiziellen Entscheidungen gefallen, die Gespräche laufen aber auf Hochtouren. Die Unternehmen sind mit den Fortschritten auf Arbeitsebene zufrieden. „Wir kommen bei den Gesprächen gut voran und liegen voll im Zeitplan“, sagt Siemens-Manager Umlauft.

Nächster Fixpunkt ist die Gründung der Desertec-Planungsgesellschaft als GmbH. „Dem Oktobertermin fiebern wir entgegen, da dann die eigentliche Arbeit von Desertec beginnen kann“, hieß es am Dienstag bei Solar Millennium. Die Desertec Industrial Initiative Planungsgesellschaft (DII) soll einen Geschäftsplan ausarbeiten. Klar ist, dass die Mitglieder die Aufträge im Fall einer Realisierung dann nicht unter sich aufteilen können. Diese werden dann international ausgeschrieben. „Wer dabei ist, hat aber einen Startvorteil beim Know-how“, sagt Münchener-Rück-Manager Rauch.

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