Strom für das Elektroauto
Auf der Suche nach dem Super-Akku

Mehr und mehr Elektroautos aollen auf deutschen Straßen fahren. Geplant sind eine Million bis zum Jahr 2020. Doch was den Siegeszug des Elektroautos blockiert ist das Problem mit dem Akku. An der Uni Münster wird nach Lösungen geforscht.
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HB MÜNSTER. Die Zukunft ist klein, silbern und hängt mit drei Drähten am Stromnetz. Hinten in der Ecke, ganz unscheinbar an einem zwei Meter hohen Brett aufgereiht, testen die Forscher das, was einmal Deutschlands Autos antreiben soll. Im Forschungszentrum MEET der Universität Münster zeigt sich, ob ein Akku etwas taugt - oder auch nicht. „Wir laden und entladen die Akkus nach ganz bestimmten Schemata“, erklärt Hans-Gerhard Bremes, Chemiker der Universität Münster. Damit können die Wissenschaftler wichtige Daten wie die Ladegeschwindigkeit oder die Kapazität eines Akkus ermitteln.

Die Wissenschaftler des MEET (Münster Electrochemical Energy Technology) erforschen vor allem Lithium-Ionen-Speicher. Die stecken heutzutage in fast allen tragbaren Geräten wie Handys, Laptops oder Camcorder und versorgen auch die ersten Elektroautos mit Energie. Doch in den kleinen Zellen stecken noch viele Probleme: Die Akkus sind zu schwer, zu teuer und sie halten nicht lange genug. „Um heute mit einem Elektroauto 1000 Kilometer weit zu fahren, muss der Wagen mehr als 1000 Kilogramm Batterien an Bord haben“, erklärt Gerhard Hörpel vom MEET. Dadurch würde sich das Gewicht eines Autos annähernd verdoppeln.

Das Herzstück eines jeden Akkus entsteht in Münster im vierten Stock des Instituts für Physikalische Chemie. Am Anfang der Akku- Produktion stehen die Elektroden, das sind die Bauteile, an denen später chemische in elektrische Energie umgewandelt wird. Davon gibt es zwei Stück: Anode und Kathode. Mit speziellen Rührgeräten mischen die Forscher die Zutaten für die Elektroden zusammen. „Wenn die Mischung fertig ist, kann man sie gut mit einer etwas zu dicken Soße aus der Kantine vergleichen“, erklärt Chemiker Bremes. Diese Soße wird dann auf eine dünne Alu- oder Kupferfolie aufgetragen und in einem Ofen langsam getrocknet.

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