Strom wird rechtlich wie Rohstoff behandelt
Clement erlässt neuem Chemiewerk die Energiesteuer

Die bei Wilhelmshaven geplanten neuen Anlagen des Chemiekonzerns Ineos für die PVC-Produktion werden von der Energiesteuer frei gestellt. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) sagte am Freitag bei einem Besuch des Unternehmens, nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit dieses deutschen Chemiestandorts in Europa sicher gestellt werden.

HB WILHELMSHAVEN. Strom für das in Wilhelmshaven angewendete energieintensive Elektrolyseverfahren werde rechtlich wie ein Rohstoff behandelt. Das Vorhaben insgesamt sei ein wichtiges Projekt für den Industrie- und Chemiestandort Deutschland. Eine Investition in dieser Größenordnung habe es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben.

Ineos will nach den Angaben eines Sprechers rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der PVC-Produktion bei Wilhelmshaven investieren. Damit sollen 360 vorhandene Arbeitsplätze gesichert und weitere 300 geschaffen werden. Die Fertigstellung sei für Ende 2008 vorgesehen. Zusätzlich 100 Millionen Euro will der Konzern in eine Chemiepipeline investieren, die den Standort Wilhelmshaven mit dem Ruhrgebiet und Süddeutschland verbinden soll. Die Investition an der Jade sei beschlossene Sache, sagte am Mittwoch der Geschäftsführer von Ineos Vinyls Deutschland, Carl Vercauteren. Wilhelmshaven liege mit seinem Tiefwasserhafen sowie mit der Gasversorgung aus Norwegen strategisch günstig.

Clement kündigte in Wilhelmshaven weitere Anstrengungen zur Sicherung der stromintensiven Aluminium-Industrie in Deutschland an. In enger Abstimmung mit den Landesregierungen von Hamburg und Niedersachsen werde der Bund mit Hilfe des Energiewirtschaftsgesetzes seinen Beitrag dazu leisten. „Wir sind bei den Energiepreisen in Deutschland am Anschlag“, sagte Clement. „Die Preise vertragen keine Erhöhung mehr. Wir müssen mit einer Förderung des Wettbewerbs sinkende Preise ansteuern.“

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