Strom wird teurer
RWE dreht an der Preisschraube

Private Stromkunden des Energiekonzerns RWE müssen sich zum 1. Januar auf teilweise kräftige Preiserhöhungen einstellen. Nach Angaben des Versorgers ist dafür unter anderem der Gesetzgeber verantwortlich. Eon-Chef Wulf Bernotat stimmt die Verbraucher unterdessen auf weiter steigende Preise ein.

HB DORTMUND/AUGSBURG/BRÜSSEL. So steigt bei den Regionalgesellschaften RWE Rhein-Ruhr und RWE Westfalen-Weser-Ems der Rechnungsbetrag eines typischen Haushaltskunden mit 3500 Kilowattstunden Jahresverbrauch um 6,6 Prozent. Die beiden Gesellschaften zählen zusammen rund 3,5 Mill. Privatkunden. Zuletzt hatten sie die Preise zum 1. Januar 2007 erhöht.

Die RWE-Tochter Lechwerke im Südwesten Bayerns erhöht nach Angaben der Vertriebsgesellschaft RWE Energy die Preise um 9,8 Prozent - nach zweijähriger Preiskonstanz, wie ein Sprecher am Donnerstag in Dortmund betonte. Zur Preisgestaltung bei den übrigen RWE- Regionalgesellschaften Süwag (Frankfurt/Main), Enviam (Chemnitz) und VSE (Saarbrücken) könne man derzeit keine Aussagen machen, hieß es weiter. Als Gründe für die Preiserhöhungen nannte RWE stark gestiegene Strombeschaffungskosten sowie Belastungen aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

RWE Rhein-Ruhr und RWE Westfalen-Weser-Ems kündigten an, ihre Grundversorgungs-Kunden in den kommenden Wochen über neue Strom- Produkte informieren zu wollen. So werde es etwa mit „RWE Strom online“ ein „komfortables Spar-Angebot“ geben.

Stromkunden in Europa sollten sich nach Ansicht des Eon-Chefs Wulf Bernotat keine Hoffnungen auf sinkende Preise machen. „Energie wird nach meiner Einschätzung perspektivisch teurer werden“, sagte der Vorstandsvorsitzende des größten deutschen Energiekonzerns am Donnerstag in Brüssel. Die von der EU-Kommission geplante Entflechtung der Energieversorger werde die Preise in Europa nicht deutlich sinken lassen. „Die Hoffnung, die die Kommission den Verbrauchern macht, halte ich für etwas trügerisch“, sagte Bernotat. „Das, was die Kommission verspricht, wird sie nur schwer einlösen können.“

Die EU-Behörde hatte Mitte September angekündigt, die Marktmacht der großen Energieversorger brechen zu wollen und den europäischen Verbrauchern sinkende Strom- und Gaspreise versprochen. Kernpunkt eines entsprechenden Gesetzesvorschlags ist eine Entflechtung der Konzerne. Die Unternehmen sollen sich von ihren Leitungsnetzen trennen oder diese von einem unabhängigen Betreiber managen lassen. Die großen deutschen Energieversorger lehnen den Vorschlag ab. „Das ist de facto eine Enteignung“, sagte Bernotat am Donnerstag.

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